Allgemeines über die Thai-Sprache

Die Entwicklung des Thai

Die ursprüngliche Heimat der Thai liegt am gelben Fluss in China. Von hier aus wanderten sie in das Gebiet des nördlichen und mittleren Jangtsekiang, das in etwa die Gebiete der heutigen chinesischen Provinzen Yünan, Kwangsi und Kanton umfasst. Das erste thailändische Königreich entstand im 7. Jahrhundert im heutigen Yünan. Das Reich wurde nach 600 Jahren unter dem Ansturm Kublai-Khans zerstört.

Die Thai-Stämme siedelten sich danach weiter südlich an, wobei sich eine Gruppe um die Mitte des 13. Jahrhunderts in dem zum Khmer-Reich gehörendem Gebiet Sukhothai unabhängig machte. Damals wurde der Buddhismus zur offiziellen Religion.

Im Jahr 1283 wurde die thailändische Schrift von König Ramkamhäng eingeführt. Wesentlich geprägt wurde die erste offizielle Schriftsprache durch Sanskrit und Pali, die in den Siedlungsgebieten der Mon-Khmer verbreitet waren, sowie durch das klassische buddhistische Pali aus Südindien. Später, etwa um die Mitte des 15. Jahrhunderts, kamen noch Fremdwörter aus anderen Sprachen hin zu und übten Einfluss auf die Sprache aus. All dies führte dazu, dass der ursprünglich einsilbige Charakter des Thaiwortschatzes durch zahlreiche mehrsilbige Wörter verändert wurde.

Sprachgebiet- und- verbreitung

Thai wird mit Laotisch zur südlichen Gruppe der TAI-Sprachen gezählt. Es wird in Thailand, Laos, Burma, Yünnan, Vietnam und Assam gesprochen. Die von den Thai-Medien benutzte und in der Schule gelehrte schriftliche Form des Thais wird als Hoch-Thai im ganzen Land verwendet.

Von den etwa 60 Millionen Einwohnen Thailands sind über sechs Millionen Chinesen, etwa eine Million Malayen und etwa eine weitere Million Bergvölker im Norden, Die Angehörigen dieser völkischen Minderheiten sprechen untereinander ihre jeweilige Muttersprache. Die meisten, aber nicht alle, sprechen außerdem Thai. In den verschiedenen Provinzen werden unterschiedliche Dialekte gesprochen.

Die Bedeutung der Sprache im Land

Thailand ist das einzige Land in Südostasien, das nie eine Kolonie war. Das wichtigste Symbol dafür ist, dass seit der Sukhothai-Periode (vor über 700 Jahren) bis heute in Thailand immer die Thai-Sprache als offizielle Sprache verwendet wurde.

Thai ist die Amtssprache in Thailand. Die Urkunden der Behörden werden in dieser Sprache abgefasst. Vor Gericht wird in Thai verhandelt, und es ist Unterrichtssprache in den Schulen. Die Medien mit Ausnahme einiger englischsprachiger Publikationen verwenden ausschließlich Thai.

Ein Ausländer, der Thai nicht beherrscht, kann sich vor allem in Bangkok mit Englisch weiterhelfen. Die Bedeutung des Thai als Amtssprache bleibt davon unberührt.

Verwandte Sprachen

Da das Thai zur Sino-Tibetischen-Sprachgruppe gehört, ist es nahe verwandt mit dem Chinesischen, besonders in Ton and Grammatik. Der Unterschied liegt darin, dass Thai eine Schriftsprache, Chinesisch dagegen eine Symbolsprache ist.

Dem Thai sehr nahe verwandt ist die etwas einfacher aufgebaute laotische Sprache. Diese wird sogar in aller Regel im "I-Saan" (Nordostthailand) gesprochen.

Thai - eine Tonsprache

Thai gehört zu den Tonsprachen, d.h., jede Silbe muss mit einem ganz bestimmten Ton ausgesprochen werden. Es gibt 5 Verschiedene Tonhöhen. Das bedeutet, dass ein von der Aussprache (nicht von der thailändischen Schrift) her gleiches Wort theoretisch bis zu fünf Bedeutungen haben kann. Im Sprachgebrauch kommen meistens nur drei unterschiedliche Bedeutungen vor. Es gibt keine Satzbetonung.

Beispiel:

Anmerkung: Der mittlere Ton erhält kein Tonzeichen.

Schriftsystem

Die grundlegenden Spracheinheiten im Thai sind die Silbe und der Tonhöhenverlauf. Eine einfache Silbe besteht aus: Konsonant, Vokal und Tonzeichen.

Darstellung der Konsonanten

Die Konsonanten bestehen aus 44 bzw. 42 (2 davon werden nicht mehr verwendet.) Den Tonregeln nach werden die Konsonanten in 3 Gruppen wie folgt eingeteilt.

Gr.1: Mittlere Konsonanten

Gr. 2: Hohe Konsonanten

Gr. 3a: Gepaarte Konsonanten

Gr. 3b: Ungepaarte Konsonanten

Gr. 3c: Doppelkonsonanten mit ""

 
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