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Suvarnabhumi Airport - vom Prestigeobjekt zum Sanierungsfall
Bangkok (pte) - Mit großem Pomp wurde der neue Flughafen in Thailands Metropole Bangkok am 28. September 2006 eröffnet. Doch nur wenige Monate später erweist sich der Suvarnabhumi Airport als Bauskandal mit gravierenden Mängeln, die von undichten Dächern bis hin zu aufgebrochenen Betonbahnen reichen. Die Reparatur der Schäden des rund drei Mrd. Euro teuren Flughafens wird auf mindestens 34 Mio. Euro geschätzt.

"Es gibt mehr schlechte als gute Nachrichten über den neuen Flughafen", meint Yodiam Teptaranon von Airports of Thailand Board. Es müsse sehr viel erneuert werden, klagt der Experte. Die Kritik am neuen Flughafen in Thailand selbst ist eng mit den Korruptionsvorwürfen gegen den gestürzten Premierminister Thaksin Shinawatra verbunden. Unter Thaksin wurden die Aufträge für den Bau des gewaltigen Flughafens, der zum Luftdrehkreuz Nummer Eins in Südostasien werden sollte, vergeben. Die Gerüchte und Nachrichten um Korruption bei der Auftragsvergabe beim Bau wollen nicht verstummen. Bereits zwei Wochen nach der Eröffnung traten die ersten Risse auf den Taxiways, den Zubringern zu den Start- und Landebahnen, auf. Inzwischen sind es mehr als
100 Risse in den Betonbahnen, die von der Flughafenleitung bestätigt werden. Betroffen davon sind in der Zwischenzeit auch Start- und Landebahn.

Doch sind es nicht nur Risse in den Böden, die den Behörden Kopfzerbrechen bereiten: Elf der 51 Landebrücken sind wegen der beschädigten Zufahrtswege nicht erreichbar. Als Folge davon müssen Passagiere mit Bussen vom Terminal zum Flugzeug gebracht werden. Ein anderes Problem am neuen Flughafen sind die fehlenden Toilettenanlagen für einen Bau dieser Dimension: 200 neue Toiletten mussten für umgerechnet rund 930.000 Euro dazugebaut werden. Auch behindertengerechte Anlagen fehlten in dem Superflughafen. Dazu kamen schließlich noch Probleme mit der Gepäckabfertigung und den Computern an den Check-In-Counter. Das führte zu langen Warteschlangen vor den Schaltern.

Eine weitere Merkwürdigkeit ist die Vergabe der Duty-Free Verkaufsflächen an eine Firma namens King Power Group. Auf wundersame Weise und unklarer Vertragsgrundlage vergrößerte sich die dem Quasi-Monopolisten von der Thaksin-Regierung zugestandenen Verkaufsflächen von ursprünglich 25.000 Quadratmetern auf 39.000 Quadratmeter in den endgültigen Plänen. Als Folge sind die Flächen und Wege für die Passagiere an vielen Stellen eingeschränkt. Kritiker beanstanden eine mögliche Beeinträchtigung der Fluchtwege im Falle einer Katastrophe.

Offensichtlich scheitert es im neuen Prestigeprojekt auch an adäquaten Beschilderungen und an der Klimatechnologie. Zuletzt fielen auch noch automatische Drehtüren aus. Für einen Airport, der mehr als 40 Jahre lang gebaut wurde, scheint die Liste der Pannen schier endlos.

Von Transportminister Thira Haocharoen kam der Vorschlag, den alten Don Muang Airport für Inlandsflüge wieder in Betrieb zu nehmen, damit die Schäden am neuen Flughafen endlich behoben werden können, ohne die Wartezeiten für Passagiere zu verlängern.

Der Flughafen Suvarnabhumi ist das Gateway für die Reisenden aus aller Welt, die nach Thailand kommen. Trotz der politischen Krise Ende 2006 ist die Popularität des Königreichs Thailands bei Touristen ungebrochen. Im Vorjahr kamen 13,8 Mio. Auslandsgäste, das waren um 20 Prozent mehr als 2005.

Suvarnabhumi liegt 25 Kilometer östlich von Bangkok und ist in seiner ersten Ausbauphase für 45 Mio. Passagiere jährlich ausgelegt. Der Flughafen ist sehr großzügig angelegt, seine Gesamtfläche umfasst rund 4.200 Hektar. Zentrales Gebäude ist das 444 Meter lange und 111 Meter breite Passagierterminal, welches von einem Stahlfachwerkdach überspannt wird. Der Tower ist mit 132 Metern der weltweit höchste. 2008 soll ein Hochleistungszug den Flughafen mit der Stadt verbinden.

Internetlink: http://www.bangkokairportonline.com

 
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