| Bist du in Thailand geboren?
Ja, ich bin 1974 in Chiang Mai geboren. Meine Eltern sind beide Deutsche. Sie waren beruflich in Thailand. Wir wohnten in "Baan Tham", einem kleinen Dorf in der Provinz Phayao in Nordthailand. Später sind wir nach "Sob-Jom" und danach nach "Phrae" umgezogen. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Wir sind alle drei in Thailand geboren und hatten eine thailändische Nanny.
Hast du die ganze Zeit in Nordthailand gewohnt?
Eigentlich ja, aber als ich vier Jahre alt war, mussten meine Eltern aus beruflichen Gründen für ein Jahr nach Deutschland zurückkehren. Ich ging in der Zeit in Deutschland in den Kindergarten, und danach waren wir wieder für vier Jahre in Thailand und dann wieder für ein Jahr in Deutschland. So lebten wir im Wechsel in beiden Ländern, bis wir dann endgültig nach Deutschland zogen, als ich 14 Jahre alt war. In Thailand ging ich damals auf eine kleine deutsche Schule in Phayao, die jetzt in Chiang Mai ist.
Wie war deine Kindheit in Thailand? Hast du dich sehr anders als thailändische Kinder gefühlt?
Bevor ich in die Schule kam, lebten wir in einem Dorf in Nordthailand, wo wir mit den thailändischen Kindern und mit unserer Nanny spielten. Ich denke sehr gern an diese Zeit zurück. Wir gingen mit unserer Nanny angeln. Sie hat für jeden von uns ein kleines Fischernetz gebastelt. Wir fingen Fische und Krabben und brieten sie. Das alles hat großen Spaß gemacht. Aber uns war immer bewusst, dass wir Farang sind. Wenn wir zum Beispiel auf den Markt gingen, und ich liebe die thailändischen Märkte, nahmen die Verkäuferinnen meinen Arm und bewunderten, was für eine weiße Haut ich hätte. Sie fragten mich, ob ich mich nicht etwa nur mit Babypuder eingepudert hätte.
Ich habe mal gehört, dass du nur thailändisches Essen kochen kannst. Ist das wahr?
Ich kann auch europäische Gerichte kochen, aber ich koche lieber thailändisch, weil ich gerne scharf und würzig esse. Ich muss sogar manchmal das europäische Essen mit Sojasoße, Fischsoße und Chili nachwürzen. Zuhause in Phayao haben wir abwechselnd thailändische und europäische Küche gehabt. Aber wir Kinder haben viel lieber Thailändisch gegessen. Wenn wir uns zum Geburtstag unser Lieblingsessen wünschen durften, wollten wir immer Kleberreis mit gegrilltem Hühnchen essen. Das war für uns etwas Besonderes.
Und du sprichst sogar auch den nordthailändischen Dialekt?
Ja, klar. (Antwort auf Nordthailändisch)
Und haben sich die Leute in Phayao nicht gewundert, dass die Ausländerkinder Nordthailändisch sprechen?
Im Dorf kannten sie uns ja alle und wussten, dass wir Nordthailändisch sprechen. Das war für sie normal. Meine Schwester und ich können auch heute noch den Dialekt sprechen. Wenn wir Thailändisch miteinander reden, dann sprechen wir auf Nordthailändisch miteinander.
Haben deine Eltern sich manchmal Sorgen gemacht, dass du vielleicht die deutsche Sprache vergessen könntest?
Nein, weil meine Eltern mit uns Deutsch gesprochen haben. Zuhause in der Familie sprachen wir immer Deutsch. Wenn wir aber aus dem Haus gingen, sprachen wir automatisch Thailändisch. Als Kinder haben wir sehr schnell beide Sprachen gelernt.
Kamst du nicht manchmal mit den Sprachen durcheinander?
Nein, das war kein Problem. Manchmal haben wir aber auch thailändische Worte im Deutschen benutzt, zum Beispiel das thailändische Wort "Pad Lom" für Ventilator. Wir kannten das deutsche Wort dafür nicht, bis wir zur Schule gingen. Aber das war eher selten.
Welche Sprache habt ihr Geschwister untereinander gesprochen?
In Thailand war unsere Familiensprache Deutsch. Doch als wir nach Deutschland zurückkamen, nahmen sich meine Schwester und ich vor, Thailändisch miteinander zu sprechen, weil wir die Sprache behalten wollten. So unterhielten wir uns auf dem Weg zur Schule extra auf Thailändisch. Ich war damals 10 Jahre alt. Wir vermissten Thailand sehr.
Gab es für dich große Unterschiede zwischen der Schule in Deutschland und der Schule in Thailand?
Ja, die Unterschiede waren sehr groß. In meiner Schulzeit in Thailand hatte ich nur wenige Freunde. Das lag daran, dass die deutsche Schule in Phayao eine ziemlich kleine Schule war. So war ich immer die Einzige in meiner Klassenstufe. Die Lehrer unterrichteten mehrere Klassenstufen gemeinsam, z. B. hatten alle Schüler der 1. bis 10. Klasse gemeinsam Matheunterricht. Es war eine gute Schule, in der wir sehr gut auf das Bildungssystem in Deutschland vorbereitet wurden.
In der Schule in Deutschland hatte ich dann viele Freunde. Das genoss ich sehr. Aber gleichzeitig vermisste ich auch ständig das Leben in Thailand. In der 5. Klasse redete ich so viel von Thailand, dass meine Klassenlehrerin fast ein bisschen gekränkt war (lachend). Oder besser gesagt, sie machte sich Sorgen um mich, ob ich mich denn in der Klasse überhaupt wohl fühlte. Ich kam dann in Thailand in die 6. Klasse und blieb dort, bis ich 14 Jahre alt war. Dann kehrten wir endgültig nach Deutschland zurück.
Wie war das für euch, wenn das Jahr in Deutschland zuende ging?
Wir haben uns sehr gefreut und schon vorher die Tage gezählt. Als Kinder waren wir lieber in Thailand, weil das Wetter warm ist und wir immer draußen in der Natur spielen konnten.
Habt ihr in Deutschland nicht so spielen können?
Hier ist es sehr kalt! Da konnten wir nicht so oft draußen spielen.
Du warst aber glücklich in Deutschland?
Schon. Aber manchmal waren wir als Kinder auch ganz schön irritiert. Als meine Schwester zum Beispiel in Deutschland in die erste Klasse kam, sah sie einmal auf dem Schulhof eine Gruppe von Kindern, die neugierig zusammen standen und sich etwas anschauten. Sie lief zu den Kindern und sah, dass das Zentrum der Aufmerksamkeit eine kleine Ameise war. Meine Schwester wunderte sich, ob die Kinder vielleicht Angst vor der Ameise hätten. So lief sie zielstrebig auf die Ameise zu und zertrat sie. Die anderen Kinder waren über ihre Aktion sehr schockiert. Doch wir kamen aus Thailand, und da war das das Normalste von der Welt.
Findest du, du bist Deutsche oder eher Thailänderin?
Das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Eigentlich bin ich beides. Doch je länger ich in Deutschland war, desto mehr fing ich an, die thailändische Sprache und meine thailändischen Charakteranteile zu vergessen. Mit der Zeit merkte ich jedoch wieder, dass beide Seiten in mir stecken. Als ich mit 14 Jahren nach Deutschland kam, war ich oft sehr durcheinander und hatte oft Minderwertigkeits¬komplexe. Ich wusste so vieles nicht, was für Jungendliche in meinem Alter wichtig war, wie zum Beispiel wer Michael Jackson oder Tina Turner sind. Mir kam es so vor, als käme ich aus einer anderen Welt. Aber jetzt ist es anders. Ich sehe die Vorteile, die ich dadurch habe, dass ich zwei verschiedene Kulturen kennen gelernt habe.
Das heißt, es ist gar nicht so leicht, die deutsche und die thailändische Seite gemeinsam aufrecht zu erhalten und zu pflegen?
Ja, vor allem als Jugendliche war es besonders schwierig. Ich war konfus, wer ich eigentlich bin.
Inwieweit haben dich deine Eltern darin unterstützt?
Ich habe das Glück, dass meine Eltern Thailändisch sprechen können. Hier in Deutschland ist für uns Thailändisch unsere Familien-Geheimsprache geworden. Meine Eltern lieben beide Thailand sehr, daher haben sie uns immer darin unterstützt, uns in beiden Kulturen zu entwickeln.
Was hast du studiert?
Ich habe Ethnologie studiert. Meine Nebenfächer waren Psychologie und Pädagogik. Ein Jahr war ich Austauschstudentin an der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Chiang Mai.
Ich habe gehört, dass du eine interessante Magisterarbeit über die Identität thailändisch-deutscher Jugendlicher geschrieben hast. Kannst du etwas darüber berichten?
Schon lange hat mich die Frage nach der kulturellen Identität beschäftigt, wie es möglich ist, beide Seiten, die deutsche und die thailändische Seite, zu entwickeln und wie man sich mit zwei Kulturen selbst definieren kann. Man wird immer wieder gefragt: Wer bist du? Bist du nun thai oder bist du deutsch? Doch es gibt Personen, die können beides gleichzeitig sein. Auf diesem Hintergrund habe ich Interviews mit thai-deutschen Jugendlichen geführt und sie ihr Leben erzählen lassen, wie sie zu der Person geworden sind, die sie heute sind. Ich habe sie bewusst nicht direkt gefragt, ob sie sich nun deutsch oder thailändisch fühlen, sondern habe sie einfach aus ihrem Leben erzählen lassen, um später die Interviews mit der Fragestellung auszuwerten, auf welche Weise die Jugendlichen über sich erzählen, welche Rolle in ihren Erzählungen Kultur überhaupt spielt und wie sie sich selbst definieren. Es hat sich gezeigt, dass es dabei ganz verschiedene Möglichkeiten gibt. Eine Art, mit dem Thema umzugehen, war eine klare Entscheidung für eine Seite. So sagte eine junge Frau ganz entschieden: "Ich bin deutsch." Zu Anfang der Gespräche ließ ich die Jugendlichen die Sprache wählen, in der das Interview geführt werden sollte und bot auf Thailändisch und auf Deutsch an, dass sie in beiden Sprachen mit mir sprechen könnten. Diese junge Frau konnte kein Thailändisch. Gleichzeitig erwähnte sie jedoch ganz stolz, dass sie scharf essen könne und dass sie sehr gut thailändisch kochen könne. Das heißt, trotz ihrer definitiven Entscheidung, deutsch zu sein, gab es einen Teil in ihr, der auf die thailändische Seite Wert legte und stolz darauf war. Ein junger thailändisch-deutscher Mann hatte einen ganz anderen Ansatz. Er sagte: "Oh, ich kann sehr vieles sein. Wenn ich bei meiner chinesischen Oma bin, dann bin ich chinesisch. Wenn ich unter Thailändern bin, dann bin ich thailändisch. Und wenn ich unter Deutschen bin, bin ich deutsch. Ich passe mein Verhalten immer wieder neu an." Dieser situationsbezogene Ansatz ist auch interessant.
Welche Ergebnisse konntest du aus deiner Magisterarbeit gewinnen?
Die Aussagen in den Interviews spiegeln die Einstellungen der Gesellschaft wieder. Denn oft ist es so, als würde die Gesellschaft den Einzelnen dazu zwingen, eine bestimmte kulturelle Identität zu wählen. Wenn jemand vieles sein möchte, wird das oft nicht akzeptiert. Doch die Gesellschaft befindet sich im Wandel. Es gibt immer mehr Menschen, die ihren Hintergrund in verschiedenen Ländern und Kulturen haben und die gleichzeitig verschiedene kulturelle Identitäten für sich beanspruchen. Die Gesellschaft, ja die ganze Welt verändert sich. So werden sich auch die Einstellungen verändern, und in Zukunft werden die Menschen merken, dass es von Vorteil sein kann, in mehreren Kulturen zu Hause zu sein, flexibel zu sein und die Fähigkeit zu haben, sich anzupassen.
Du bist selbst in zwei Kulturen groß geworden. Welche Vorteile siehst du darin für dich?
Ich hoffe, dass ich dadurch einen weiten Horizont bekommen habe, denn ich habe sehr unterschiedliche Lebensweisen kennen gelernt. Ich bin auf dem Land in Nordthailand aufgewachsen, wo es noch keinen Strom gab und wo das Leben für die Menschen oft sehr hart ist. Ich wurde mit dem Leben der Bauern vertraut gemacht und habe dort auch angefangen, das einfache, ursprüngliche Leben zu lieben. Als wir nach Deutschland zurückkehrten, kamen wir in ein kleines schwäbisches Dorf. Dort lernte ich das Leben und das Denken der deutschen Bauern kennen. Die ersten Städte, in denen ich lebte, waren später Chiang Mai und Bangkok. Und nun wohne ich in einer großen deutschen Stadt und erlebe hier die Vor- und Nachteile der Zivilisation. In der Vergangenheit hatte ich die Möglichkeit, sehr vieles zu sehen. Ich hoffe, dass ich dadurch ein tieferes Verständnis für uns Menschen und ein weites Herz für verschiedene Lebenswege bekommen habe. Denn es gibt so viele Möglichkeiten, das Leben zu leben, und jeder einzelne muss seinen eigenen Weg finden.
Zu dem Thema Berufsleben. Wie bist du zu der Arbeit in der Beratungsstelle "Frauenrecht ist Menschenrecht e.V. (FIM)" in Frankfurt gekommen?
Vor drei Jahren unterrichtete ich Deutsch für Migrantinnen in Frankfurt. Damals dachte ich, meine Muttersprache ist Deutsch, und ich spreche auch noch Thailändisch. Also müsste ich doch Deutsch für Thailänderinnen unterrichten können. So stellte ich mich bei FIM als Deutschlehrerin vor. Zu dem Zeitpunkt wurde zwar keine Deutschlehrerin gesucht, doch nach einem Jahr bekam ich einen Anruf, dass die Stelle als Beraterin für Frauen aus Thailand frei wäre. Und ich wurde gefragt, ob ich mich auf die Stelle bewerben wolle. Ich war sehr überrascht und gleichzeitig sehr aufgeregt. Ich habe meine Bewerbung losgeschickt und seitdem arbeitete ich dort.
Hast du dir vorher vorstellen können, was da auf dich zukommt?
Am Anfang war die Arbeit eine große Herausforderung für mich, weil ich keine direkte Ausbildung als Sozialberaterin hatte. Ich hatte zwar auch Psychologie studiert, aber das war eher theoretisch ausgerichtet. Ich habe dann einen Weiterbildungskurs zur personzentrierten Beraterin besucht. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht, und ich habe viel davon profitiert. In diesem Jahr setze ich die Weiterbildung fort. Im Ansatz der personzentrierten Beratung steht die ratsuchende Person im Mittelpunkt. Ich gehe als Beraterin davon aus, dass sie ihre Probleme selbst am allerbesten kennt, und daher ist meine Aufgabe zunächst einmal, genau zuzuhören und zu verstehen und nicht Ratschläge zu geben. Die Beratung soll die ratsuchende Person darin begleiten und unterstützen, ihren eigenen Weg selbst zu finden. Neben dem genauen Zuhören und Nachfragen gehört dazu auch die Vermittlung wichtiger Informationen, die für Entscheidungen relevant sein können.
Warum gefällt dir diese Arbeit so?
Es gibt viele Gründe dafür. Erstens freue ich mich, dass ich tagtäglich mit Menschen aus Thailand zu tun habe. Das tut mir gut, und es ist für mich, als bekäme ich einen Teil von mir selbst zurück geschenkt. Zweitens macht es mich glücklich zu sehen, wie die Frauen, die zu mir kommen, trotz vieler Hindernisse und Schwierigkeiten eigene Lösungen für ihre Probleme finden. Viele von ihnen müssen dabei sehr kämpfen. Doch es ist erstaunlich, wie sie so weit weg von ihrer ursprünglichen Heimat hier noch einmal ganz neu anfangen, eigene Entscheidungen treffen und ihr Leben gestalten.
Mit welchen Problemen wenden sich die Frauen an die Beratungsstelle?
Meistens sind es familiäre Probleme bzw. Beziehungskonflikte mit dem Ehemann oder dem Partner und aufenthaltsrechtliche Probleme. Es gibt ganz unterschiedliche familiäre Probleme. Doch für mich ist Gewalt in der Familie das Traurigste.
Glaubst du, dass diese Probleme im Vergleich zu deutschen Familien vermehrt in Familien auftreten, wo eine Person aus einem anderen Land kommt?
Das ist schwer zu sagen. In deutschen Familien gibt es auch häusliche Gewalt. Die Frauenhäuser, in die auch viele Frauen aus deutschen Familien kommen, können dies bestätigen. Doch in Familien, in denen ein Partner aus einem anderen Land kommt, gibt es wohl oft größere Kommunikationsschwierigkeiten als in Familien, in denen beide Partner dieselbe Sprache sprechen. Wenn es Konfliktpunkte gibt, ist es oft schwieriger, sich zu einigen. Wenn die Gedanken und Gefühle sprachlich nicht ausgedrückt werden können, finden sie möglicherweise eher ein körperliches Ventil und können dann schneller in Gewalt enden.
Ein anderer Faktor für Konflikte könnte sein, dass manche deutschen Männer vielleicht deshalb eine thailändische Frau heiraten wollen, weil sie die Erwartung an sie haben, dass sie nicht so eigensinnig wie eine deutsche Frau ist, ihn als den Mann im Hause respektiert und nicht aufmuckt. Diese Erwartungen können weiteres Konfliktpotential bieten.
Die thailändische Frau richtet sich rücksichtsvoll nach ihrem Mann und erledigt als Hausfrau pflichtbewusst den ganzen Haushalt. Der deutsche Mann geht außer Haus arbeiten. Findest du solch eine klare Rollenaufteilung gut?
Ich denke, in dieser Sache muss sich jedes Paar selbst einigen. Es gibt auch deutsche Paare, bei denen die Frau diese Rolle akzeptiert. Noch vor ca. 50 Jahren war es die weitverbreitete Rolle der Frau, zu Hause zu bleiben und den Haushalt zu führen, dem Ehemann zu helfen und ihn in seiner Arbeit zu unterstützen. Der eigenen Arbeit wurde insgesamt keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die Frage ist schwer zu beantworten. Ich denke, jedes Paar muss sich in Bezug auf die Aufgabenverteilung selbst einigen.
Doch eine Sache, die mich und meine Kolleginnen bedrückt und manchmal auch geradezu erschreckt, ist, wenn Frauen nicht ihren eigenen Wert sehen. Der Mann kann machen, was er will, sie lassen alles mit sich geschehen. Manche schämen sich für ihren Mann, sie machen weder eine Anzeige noch gehen sie zum Arzt. Sie nehmen es hin, dass ihr Mann sie regelmäßig schlägt und misshandelt.
Und das bedeutet, dass die Frauen ihren eigenen Wert nicht kennen?
Es ist schwierig zu verallgemeinern. Doch manche Frauen haben vielleicht von klein auf Gewalterfahrungen gemacht. Sie wurden geschlagen und mussten immer gehorchen, alles über sich ergehen lassen. Sie haben vielleicht nie gelernt, dass auch sie persönliche Rechte haben. Manche Frauen hatten vielleicht später einen thailändischen Mann, der auch gewalttätig war. Sie wünschten sich dann einen deutschen Mann, weil sie glaubten, er würde sie nicht schlagen und sich anders verhalten. Doch letztendlich tat er genau dasselbe.
Einige Frauen halten diese Gewaltsituation auch aus ausländerrechtlichen Gründen aus. Sie wissen, wenn sie ausbrechen, könnte es Probleme mit der Aufenthaltserlaubnis geben.
Wie ist das mit den finanziellen Verpflichtungen, die die Ehefrau gegenüber ihrer Familie in Thailand hat - führen sie nicht auch manchmal zu Spannungen?
Auch in dieser Hinsicht ist jedes Paar unterschiedlich; jede Familiensituation ist anders. Doch dass viele Frauen dabei helfen müssen, finanzielle Belastungen in Thailand mit zu tragen, führt immer wieder zu Spannungen und Problemen in der Partnerschaft. Die deutschen Ehemänner verstehen es vielleicht nicht, warum ihre Frauen regelmäßig Geld nach Thailand schicken müssen, obwohl sie auch nicht gerade reich sind. Ich denke, dass sie manchmal vielleicht ein fehlendes Verständnis für die Situation in Thailand haben. Viele Frauen müssen ihre Kinder selbst unterhalten, weil sie von ihren Exmännern verlassen wurden, die keine Verantwortung für die eigenen Kinder tragen. In Thailand gibt es kein Unterhalts¬vorschussgesetz, und so liegt oft die ganze Last des Kindesunterhalts auf den Müttern. So lassen in der Praxis viele Frauen ihre Kinder bei ihrer eigenen Mutter, um in Bangkok arbeiten zu gehen. Die Kinder wachsen dann bei der Oma auf dem Land auf, während die Mutter in der Stadt arbeitet und nur zwei bis drei Mal im Jahr zu Besuch nach Hause kommen kann.
Früher habe ich mich oft gewundert, warum viele thailändische Mütter ins Ausland gehen und ihre Kinder in Thailand zurücklassen. Doch mittlerweile verstehe ich das besser. Denn wenn man in einer solchen Situation ist, dass man vor lauter Arbeit auch in Thailand die Kinder kaum sehen kann, macht es keinen so großen Unterschied, in Thailand oder im Ausland zu sein. Bei einer Arbeit im Ausland bekommt man dann vielleicht sogar das zehnfache vom Lohn in Thailand, man kann mehr Geld nach Hause schicken und die Kinder auf eine gute Schule gehen lassen, wo sie später bessere Zukunftschancen haben.
Doch oft macht es mich auch traurig zu sehen, dass Mütter und Kinder nicht in einer Familie zusammen leben können, sondern getrennt sind. Die Kinder sind sehr weit weg und eine tiefe Beziehung zueinander ist nicht mehr so möglich.
Inwiefern haben die deutschen Ehemänner Verständnis für die familiären Verpflichtungen ihrer thailändischen Ehefrauen?
Oft haben sie kein Verständnis dafür und beide Seiten streiten sich um finanzielle Angelegenheiten in Verbindung mit anderen Dingen. Manchmal kommen die Betroffenen sehr spät in die Beratung, und die Konflikte sind schon so verfahren, dass die Beziehung schon sehr brüchig und kaum wieder herzustellen ist. Viele Frauen kommen zu einem Zeitpunkt in die Beratung, zu dem sie schon fest entschlossen sind, sich von ihrem Mann zu trennen. Ich begleite sie dann zu einer Anwältin und berate die Frauen in ihrer neuen Situation. Doch manchmal wäre es vielleicht besser, sie würden früher kommen - in der Zeit, in der noch alles unklar ist, in der sich beide Partner streiten und nicht verstehen. Es gäbe dann vielleicht noch eine Chance, neu miteinander ins Gespräch zu kommen, Dinge zu klären und Verständnis füreinander zu entwickeln.
Eine meiner Kolleginnen ist ausgebildete Paar- und Familientherapeutin. In einigen Fällen bieten wir zusammen Paarberatungen an. Meine Kollegin leitet dann die Paarberatung auf Deutsch, und wenn es sprachliche Schwierigkeiten gibt, übersetze ich aus dem Thailändischen ins Deutsche und umgekehrt. Paarberatung kann eine große Hilfe sein und zu einem besseren gegenseitigen Verständnis führen.
Wann sollte man am besten eine Beratungsstelle aufsuchen, damit es nicht zu spät ist?
Wenn man merkt, dass man sich durch den anderen immer wieder verletzt fühlt und anfängt, sich nicht mehr zu vertrauen, kann man eine Beratungsstelle aufsuchen. Man sollte nicht warten, bis man sich innerlich schon gegen den anderen entschieden hat und klar ist, dass man nicht mehr gemeinsam leben möchte, denn dann ist es zu spät. Es gibt viele deutsche Beratungsstellen, die Paarberatungen anbieten und wenn nötig auch mit Dolmetschern arbeiten. Wenn es eine gute Beratungsstelle ist, werden sie aber ohnehin in einfacher Sprache kommunizieren und auch der Frau genug Zeit geben sich zu äußern.
Das heißt, wenn man merkt, dass man ein Problem hat, kann man sich an eine Beratungsstelle wenden, ohne Angst zu haben?
Ja, man muss keine Angst haben. Manchmal haben vor allem die Männer Hemmungen, eine Beratungsstelle aufzusuchen. Sie fühlen sich nicht wohl dabei und denken, dass ihre familiären Probleme niemanden etwas angehen. Aber Beratungsstellen werden im Rahmen ihrer Schweigepflicht alle Informationen vertraulich behandeln. Die Frauen können sich auch allein an eine Beratungsstelle wenden. Aber oft handelt es sich um Kommunikationsprobleme und immer wieder auftretende Missverständnisse. Da ist es sinnvoll, dass beide Partner gemeinsam kommen, um die Kommunikation in ihrer Beziehung zu verbessern und sich gegenseitig besser zu verstehen. Ich habe gemerkt, dass manche thailändischen Frauen ihre Gefühle eher für sich behalten und ungern darüber reden. Ihre deutschen Ehepartner hingegen drücken sich sehr direkt aus und schimpfen sofort, wenn ihnen etwas nicht passt. Manche thailändischen Frauen sind dann verletzt, fressen aber alles in sich hinein und sagen nichts, bis sie es eines Tages nicht mehr aushalten und explodieren.
Was, denkst du, könnte den Thailänderinnen dabei helfen, offen über ihre Gefühle zu sprechen?
So etwas ist gar nicht so leicht zu ändern, weil es so tief in einem steckt. Eine große Hilfe ist es, damit anzufangen genau zu realisieren, wann man welche Gefühle unterdrückt. Denn oft geschieht es wie automatisch, dass sich innerlich negative Gefühle ansammeln, ohne dass man es merkt. Irgendwann äußern sich diese angestauten Gefühle dann vielleicht in einer Depression oder in unkontrollierten aggressiven Gefühlsausbrüchen, ohne dass man versteht, was eigentlich mit einem los ist. Die eigenen Gefühle gut wahrzunehmen ist der erste Schritt, um in einem weiteren Schritt auch über sie sprechen zu können.
Wie kann man denn mit den Gefühlen umgehen und den inneren Druck abbauen, ohne der Beziehung zu schaden?
Ich glaube, es ist für eine Beziehung sehr hilfreich, über die persönlichen Gefühle zu sprechen. Es ist dabei wichtig, bei sich zu bleiben und dem Anderen keine Vorwürfe zu machen. Wenn ich dem Anderen anvertraue, wie es mir geht, was ich in bestimmten Situation fühle oder gefühlt habe, wird er sich nicht angegriffen oder verletzt fühlen. In einer guten Beziehung wird auch der Mann über seine Gefühle sprechen. Vor allem in einer Beziehung, in der beide Partner unterschiedliche kulturelle Hintergründe haben, sind offene Gespräche für ein gegenseitiges Verständnis äußerst wichtig. Denn es treten immer wieder Missverständnisse auf, die dann aus dem Weg geräumt werden können.
Was können Thailänder/innen und Deutsche voneinander lernen, um harmonisch miteinander zu leben?
Das ist schwierig zu sagen, weil jeder Mensch individuell verschieden ist. Aber wenn ich die Frage allgemein beantworten soll, würde ich sagen, dass die Thailänder/innen von den Deutschen Offenheit lernen können. Denn wenn man sagt, was man denkt, wird das gemeinsame Leben an manchen Stellen klarer und einfacher. Gleichzeitig sollten die Deutsche eine wichtige Sache von den Thailändern lernen und das ist "Jai Yen" (die Ruhe bewahren). Diese Einstellung der Ruhe und Gelassenheit schätze ich an der thailändischen Kultur sehr.
Und in welchen Momenten sollten die deutschen Ehemänner ruhiger oder gelassener sein?
Manchmal werden kleine Dinge so ernst genommen, dass sie zu großem Ärger und zu Wutausbrüchen führen. Zum Beispiel wenn ein anderes Auto ihnen die Vorfahrt nimmt oder auch im Haushalt. Zum Beispiel sind manche deutschen Ehemänner recht sparsam, was an sich ja eine positive Eigenschaft ist. Doch manche nehmen das so ernst, dass sie sofort ausrasten, wenn die Ehefrau beispielsweise das Licht zu lange brennen lässt oder wenn sie den Herd zu heiß dreht. Ich wünschte ihnen da mehr Gelassenheit, denn irgendwie steht der Ärger in keinem Verhältnis zum Anlass.
Rufen manchmal auch Männer an und lassen sich beraten?
Meistens rufen Frauen bei uns an. Aber in einigen Fällen kommt es auch vor, dass sowohl der Mann als auch die Frau uns die Geschichte aus ihrer Perspektive schildern. Die Versionen unterscheiden sich oft so stark, dass man nicht glauben möchte, dass es sich um dasselbe Ehepaar handelt (lachend).
Wie kann in solchen Fällen das Paar beraten werden?
Wir müssen beiden glauben. Denn die Wahrheit hat verschiedene Gesichter (lachend). Wir schlagen in solchen Fällen den Paaren vor, gemeinsam zu uns in die Beratung zu kommen, damit sie die Gelegenheit haben, über ihre Wahrnehmungs- und Meinungsverschiedenheiten zu sprechen und neu zueinander zu finden.
Wie viele Menschen pro Jahr bitten FIM um Unterstützung?
Am Anfang wurden bei FIM vor allem Thailänderinnen beraten. Später erweiterten wir unser Angebot, so dass wir nun auch Frauen aus anderen Ländern unterstützen. Pro Jahr wenden sich um die 1000 Frauen an FIM. Darunter sind etwa 150 – 200 Thailänderinnen. Die Zahl nimmt nicht ab, sondern steigt sogar eher an.
Auf welche Weise wird die Arbeit von FIM bewertet?
Wir führen eine anonyme Statistik darüber, wie viele Frauen zu uns kommen, mit welchen Anliegen sie sich an uns wenden und ob die Probleme gelöst werden konnten. Diese Zahlen werden jährlich zusammengefasst. Aber die Schicksale, die sich dahinter verbergen, sind sehr unterschiedlich. Manche Frauen rufen uns vielleicht nur einmal an, weil sie Informationen über ihren aufenthaltsrechtlichen Status oder andere rechtliche Fragen brauchen. Sie regeln dann ihre Angelegenheiten selbst, nachdem sie Informationen von uns bekommen haben. Andere Frauen brauchen direkte Unterstützung. Zum Beispiel begleiten wir sie zu Ärzten, zu Rechtsanwälten oder zu Behörden und dolmetschen für sie. Oder wir unterstützen sie bei der Wohnungssuche. Frauen, die aus anderen Regionen anrufen, verweisen wir wenn nötig an andere Beratungsstellen, die ihnen vor Ort besser helfen können. Die meisten Frauen halten den Kontakt zu uns aufrecht, bis ihre Angelegenheiten erledigt sind. So wird uns immer wieder bewusst, wie sinnvoll und wirksam unsere Arbeit ist.
Kommen wir zu dem Thema "Vermittlung der thailändischen Sprache in der Kindererziehung" - ein Thema, das viele thailändische Mütter beschäftigt. Was denkst du über die Sprachvermittlung?
Sehr viele thailändische Kinder, die mit ihrer Mutter nach Deutschland gekommen sind, und thailändisch-deutsche Kinder können kein Thailändisch sprechen. Oft liegt es schlichtweg daran, dass niemand Thailändisch mit ihnen spricht. Es gibt wohl mehrere Gründe dafür, dass viele thailändische Mütter nicht mit ihren Kindern Thailändisch sprechen. Ein Grund ist vielleicht die Angst, dass das Kind sich nicht gut in die deutsche Gesellschaft integrieren könnte. Manche Mütter sehen es als ihre Aufgabe, dem Kind Deutsch beizubringen. Doch Deutsch ist nicht ihre Muttersprache, und so ist die Vermittlung schwierig. Manchmal bringen sie dem Kind vielleicht sogar Fehler bei. Daher denke ich, dass es für die Mütter besser wäre, in der eigenen Muttersprache mit den Kindern zu sprechen, d. h. auf Thailändisch, und damit eine gute Beziehung zu den Kindern aufzubauen. Wenn thailändische Mütter mit ihren Kindern Deutsch sprechen, heißt das, in einer Fremdsprache zu kommunizieren. Dies bedeutet meist, sich nicht so wohl und sicher wie in der eigenen Muttersprache zu fühlen und kann negative Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Beziehung haben. Wenn das Kind beispielsweise älter wird, wird es die Mutter in seinen Deutschkenntnissen schnell "überholen"; es wird schneller reden und über kompliziertere Themen sprechen. Die Mutter kann dem dann vielleicht nicht mehr so folgen, und die Beziehung leidet darunter.
Ein anderer Grund, weshalb viele thailändische Mütter nicht mit ihren Kindern Thailändisch sprechen, liegt manchmal darin, dass der Ehemann bzw. Vater es verbietet. Manche deutschen Männer fühlen sich vielleicht ausgeschlossen, wenn Mutter und Kinder eine eigene Sprache haben. Sie haben Angst, die Mutter und die Kinder könnten sich gegen sie verbünden und am Ende kämen sie sich wie Ausländer in der eigenen Familie vor.
Doch die Angst, die Kinder könnten nicht gut genug in dieser Gesellschaft integriert sein, ist wohl der entscheidendere Grund. Ich denke jedoch, dass hier eigentlich kein Grund zur Sorge besteht, solange die Kinder klein sind. Denn Kinder lernen unglaublich schnell - so wie ich selbst als Kind in Thailand wie automatisch Thailändisch gelernt und gleichzeitig Deutsch von meinen Eltern vermittelt bekommen habe.
Wie sollten sich werdende Mütter oder Mütter, die ein kleines Kind aus Thailand zu sich nach Deutschland holen, in Bezug auf die Sprachvermittlung vorbereiten?
Ich glaube, es ist das Wichtigste, mit dem Kind die Sprache zu sprechen, bei der es einem warm ums Herz wird, die man liebt und gern spricht, in der man sich wohl und eins mit sich selbst fühlt. Schon von Geburt an ist es wichtig, viel mit dem Kind zu sprechen, auch wenn das Kind selbst noch nicht sprechen kann. Es hört dann die Sprache, die Reime und Lieder, die beruhigende Stimme der Mutter. Wenn eine thailändische Mutter versucht, mit ihrem Kind nur Deutsch zu sprechen, dann ist sie wahrscheinlich in ihren Kommunikationsmöglichkeiten eingeschränkter. Dies führt dazu, dass manche Mütter kaum mit ihren Kindern sprechen, was dann dem Kind fehlt. Es ist so wichtig, viel mit dem Kind zu sprechen, dem Kind viel Aufmerksamkeit zu schenken und sich in der gesprochenen Sprache dabei selbst wohl und entspannt zu fühlen. Der Erfahrung nach fällt uns dies in unserer Muttersprache am leichtesten.
Viele Mütter machen sich Sorgen, dass ihr Kind durcheinander kommt, wenn es später Deutsch lernen muss.
Die Kinder kommen nicht durcheinander. Entwicklungspsychologen haben herausgefunden, dass Kinder, die die grammatikalischen Strukturen einer Sprache sehr gut beherrschen und eine gute Basis in einer Sprache haben, schneller andere Sprachen lernen können. Doch wenn eine Mutter ihrem Kind keine klaren grammatikalischen Grundstrukturen vermittelt, so wie vielleicht eine thailändische Mutter, die mit ihrem Kind nur in einem sehr gebrochenen Deutsch spricht, dann hat dies negative Auswirkungen auf die sprachliche Entwicklung des Kindes. Es wäre in diesem Fall für das Kind besser, die Mutter würde von Anfang an Thailändisch mit ihrem Kind sprechen. Das Kind würde dadurch die grammatikalischen Grundlagen einer Sprache verinnerlichen und dann hinterher schneller und besser Deutsch lernen, als wenn es vorher zwar ein paar Brocken Deutsch, aber keine grammatikalischen Grundstrukturen erlernt hätte.
Ich denke, die Kinder kommen dann durcheinander, wenn sie von klein auf keine Sprache richtig lernen konnten und später neue Sprachen lernen müssen. Ihnen fehlt dann die sichere Basis.
Eigentlich brauchen sich die thailändischen Mütter nicht so große Sorgen darum machen, dass ihre Kinder nicht Deutsch lernen könnten. Denn die Kinder haben ja dafür hier in Deutschland sehr viele Möglichkeiten. Meistens spricht der Vater schon Deutsch mit ihnen. Und wenn sie in den Kindergarten kommen, lernen sie auch Deutsch. Wenn die Familie deutsche Freunde oder Verwandte besucht, ist die Umgangssprache ebenfalls Deutsch. Die Kinder könnten beispielsweise mit dem Vater, der Oma und dem Opa Deutsch sprechen und mit der Mutter Thailändisch. So würden sie zweisprachig aufwachsen. Es gibt sehr viele Beispiele von zweisprachig aufwachsenden Kindern, die keine Probleme in der Sprachentwicklung haben.
Mir liegt das Thema Sprachvermittlung sehr am Herzen, weil Sprache einen großen Wert für das Leben der Kinder hat. In unserem Beratungszentrum in Frankfurt werden Thailändischkurse für thailändische und thailändisch-deutsche Kinder angeboten. Wir erhalten dafür u. a. auch durch das thailändische Erziehungsministerium Unterstützung. Die Lehrerinnen Frau Kanlaya Zonka und Frau Natchar Gompf unterrichten die Kinder jeden Samstag von 11:00 bis 13:00 Uhr.
Manche thailändischen Mütter denken, dass es aus nationalen Gründen wichtig sei, dass ihr Kind Thailändisch spricht. Denn schließlich hat es ja die thailändische Staatsbürgerschaft und sollte Thailand und die thailändische Sprache lieben. Doch ich denke, dies ist zweitrangig. Der wichtigste Grund für eine Mutter, mit ihren Kindern ihre Muttersprache zu sprechen, liegt darin, dass die Kommunikation zwischen Mutter und Kind am direktesten und unkompliziertesten ist und die Mutter am umfassendsten ihrem Kind ihre Liebe und Zuneigung zeigen kann.
Kontaktinformationen:
FIM - Frauenrecht ist Menschenrecht e.V.
Beratungs- und Informationszentrum für Migrantinnen und ihre Familien
Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit
Varrentrappstraße 55
60486 Frankfurt am Main
Fon: +49 (0) 69 / 97 0 97 97 - 10
Fon Zentrale: +49 (0) 69 / 97 0 97 97 - 0
Fax: +49 (0) 69 / 97 0 97 97 - 18
Email: chanida.keving@fim-beratungszentrum.de,
fiminfo@fim-beratungszentrum.de
Website: www.fim-frauenrecht.de
|