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Archiv 2003

Krabi Krabong - die thailändische Kampfkunst

In seiner Geschichte, die von vielen Versuchen geprägt war, durch Nachbarländer oder europäischen Ländern kolonialisiert zu werden, hat es Thailand immer wieder geschafft, sich solchen Invasionen entgegen zu stellen und siegreich zu sein. Letztendlich ist es besonders der starken Kampfkraft der thailändischen Streitmächte zu verdanken, das Thailand nie kolonialisiert wurde und bis heute unabhängig blieb. Die Stärke beruht auf Kampfkünste, wie Muay Thai (Thai Boxen) und das Krabi Krabong.

Besonders in den Perioden, Sukhothai, Ayutthaya, Thonburi und im ersten Teil der Ratanakhosin Periode wurden sehr viele kriegerische Auseinandersetzungen geführt.

Nicht nur die einfachen Soldaten und Offiziere waren in diesen Kriegskünsten ausgebildet, sondern auch die Könige waren sehr gute Krabi Krabong Kämpfer. Sie saßen meistens auf dem Rücken der Elefanten, wovon sie mit langen Waffen sehr gut ihre Feinde bekämpfen konnten.

Krabi Krabong ist ein sehr komplexes System, welches nicht nur das kämpfen mit verschiedenen Waffen beinhaltet, sondern auch waffenlos alle Techniken des Muay Thai in sich trägt.

Krabi Krabong und Muay Thai zählen heute als Ausbildungsbestandteil noch der thailändischen Armee und verschiedener Polizeieinheiten. Sie zählen heute als offizielles Kulturgut Thailands!

Krabi Krabong heißt im übertragenen Sinn nichts anderes wie, Kurzwaffe und Langwaffe.

Hier eine kurze Übersicht der verschiedenen Waffengattungen beim Krabi Krabong:

  • Waffen die im Infanteriebereich (Fußvolk) eingesetzt werden

  • Waffen die im Kavalleriebereich (Pferde oder Elefanten) eingesetzt werden

1. KRABI (DEGEN)

Der Degen eignet sich als ideale HIEB und STICHWAFFE. Er ist mit einer schmalen Klinge versehen und einem runden Handschutz abschließend angebracht zwischen Griff und Schaft. Abbildung 1 zeigt im oberen Bereich einen Degen aus Stahl und im unteren Bereich einen Degen aus Holz, der mehr im Waffentanz zum Einsatz kommt. Anwendung fand der Degen als einhändige Waffe für den Kämpfer zu Fuß.


2. DAAB (SCHWERT)

Die wohl effektivste Waffe eines Kämpfers zur damaligen Zeit. Einsatzmöglichkeiten sind ein Schwert, Doppel-Schwert oder Schwert mit Schild.

3. NGAW (LANZE MIT SICHELAUFSATZ)

Hierbei handelt es sich um eine sogenannte LANGWAFFE, die meistens auf dem Rücken eines Elefanten sehr erfolgreich eingesetzt wurde. Man findet aber auch im Bodenbereich eine gute Einsatzmöglichkeit. Diese Waffe besteht aus zwei Teilen. Der untere längere Griffteil ist aus Holz und rundlich geformt. Der obere Teil ähnelt in der Grundform und Material dem bereits oben beschriebenen Schwert. Er bildet den Hieb und Stichbereich womit der Gegner hauptsächlich attakiert wurde. Aber auch der lange Griffteil eignet sich hervorragend zum schlagen und blocken. In der oberen Abbildung 2 sehen wir wieder zwei unterschiedliche Waffen. Die Obere aus Metall und die Untere aus Holz.

4. PLONG oder SRI-SOK (STOCK)

Der Stock ist die typische Schlagwaffe. Als Material verwendet man Holz (Rattan) mit verschiedenen Gravuren und Ornamenten. Als Trainingswaffen werden reine Holzstöcke eingesetzt.


5. DUNG, KAEN und MAI SUN (VERSCHIEDENE LANGSCHILDE)

Langschilde wurden aus zwei unterschiedlichen Gründen eingesetzt. Als reine Block und Schutzwaffe oder als Angriffswaffe wie das MAI SUN. Die Grundmaterialen bestanden meistens aus Holz oder Tierhäuten. Das MAI SUN konnte man als Doppelwaffe benutzen, so daß an jedem Unterarm ein Schild angebracht war. Hierbei wurden sehr effektive Schlag und Blocktechniken möglich.

6. LOH (RUNDSCHILD)

Das Rundschild wird aus Holz mit einem Tierhautüberzug oder aus Metall gefertigt.

SHUT Krabi Krabong (Krabi Krabong UNIFORM)

Beim traditionellen Waffenkampf in Thailand tragen die Kämpfer dementsprechende Uniformen, die im thailändischen SHUT heißen. Die Hauptmerkmale dieser Uniformen liegen in den unterschiedlichen Epochen, hieraus läßt sich das Aussehen klar definieren. Im der heutigen Zeit werden auch beim Krabi Krabong Aussehen und Farbgebungen an Hand der jeweiligen Graduierungen der Kämpfer bestimmt. Eine weitere Rolle spielt die jeweilige Schule und aus welcher Region diese stammt.

© Guido Reimann, Muay Thai Bund Deutschland e.V.: www.mtbd.de

 

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