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Archiv 2003

Thai-Tanzgruppe "Ginnarie”

Fragt man deutsche Touristen, was ihnen während ihres Thailandurlaubs am besten gefallen hat, so wird sicher eine der häufigsten Antworten sein: Die klassischen thailändischen Tänze und die wunderschönen Kostüme der Tänzerinnen und Tänzer.

Diese traditionelle thailändische Kunst geniesst überall viel Anerkennung und Bewunderung und so ist es auch kein Wunder, dass viele Thailänderinnen, die ihre Heimat verlassen haben um im Ausland zu wohnen neben ihrem Beruf und ihrer Hausarbeit ihre Freizeit dafür verwenden, die klassische thailändische Tanzkunst zu erlernen. Einige von ihnen haben den Thai-Tanz bereits in Thailand studiert und sind erfahrene Tänzerinnen und viele haben ihre Talent erst hier entdeckt, als sie Gelegenheit fanden, diese Form des Tanzes einzuüben. Aber wohl jede Tänzerin möchte nach vielen Monaten des Übens ihre Kunst gern vor einem Publikum aufführen.

Klassischer Thai-Tanz ist ein Muss auf jedem thailändischen Fest in Deutschland. Die eleganten Bewegungen des ganzen Körpers spielen harmonisch mit der thailändischen klassischen Musik und das Lächeln auf dem Gesicht der Tänzerinnen zeigt den Zuschauern den Stolz auf ihre authentische Kunst und Kultur.

In der Nähe von Frankfurt wurde im Jahr 1994 bei einem Dorffest eine kleine thailändische Tanzgruppe mit dem (heutigen) Namen "Ginnarie” gegründet.

"Bei dem Fest gab es thailändisches Essen. Deswegen hat man uns gesagt, es sollten doch auch thailändische Tänze vorgeführt werden. Einem Gast, der Mitglied eines deutschen Vereins ist, hat unsere Vorführung gut gefallen. Er hat uns damals gefragt, ob wir bei der Jahresversammlung seines Vereins einen Thai-Tanz vorführen könnten. Seitdem haben wir bei vielen Veranstaltungen getanzt”, erzählt uns Frau Kanlaya Zonka, eine der Gründerinnen der Ginnarie-Tanzgruppe.

"An Anfang waren wir eine kleine und noch namenlose Gruppe. Dann haben wir bei einer "Multi-kulturellen Veranstaltung" in unserem Nachbarort einige unserer Tänze vorgeführt. Wir waren wirklich eine sehr kleine Tanztruppe im Vergleich zu den Gruppen der anderen Länder. Aber ein Jahr später waren wir dann schon 8 Tänzerinnen in der Gruppe und die Gruppe wurde "Ginnarie-Thaitanz" genannt. Ginnarie ist eine Figur in einem thailändischen Märchen. Der Oberkörper der Ginnarie ist wie ein Mensch und der untere Teil des Körpers ist wie ein Vogel beschaffen. Die Geschichte der Ginnarie wird auch in einem Tanz, der einer der schönsten und bemerkenswertesten unserer Tänze ist, erzählt. Deshalb haben wir den Namen dann auch für unsere Gruppe genommen”, berichtet die junge Mutter aus Krabi, die bereits seit 8 Jahren in Deutschland lebt, uns über die Geschichte ihrer Gruppe.

Von den 8 "Ginnaries" der Tanzgruppe sind einige Hausfrauen, andere arbeiten in ihren Berufen. Die jüngste Ginnarie studiert gerade. Obwohl sie nicht in der Nähe voneinander wohnen, versuchen sie immer Zeit und Gelegenheiten zu finden, ihre Tänze gemeinsam zu einzuüben.

Nachdem sie bereits etliche Male ihre Tänze für das Publikum vieler verschiedener Feste vorgeführt hatten, beschlossen sie zusammen, dass sie auch einmal ihr eigenes thailändisches Fest, das ihre Tradition, Kunst und Kultur zeigen sollte, feiern wollten. Das erste von der Gruppe organisierte Fest was ein Songkran-Fest – die thailändische Neujahrsfeier - im April 1996 in Frankfurt. Mit der großzügigen Hilfe von Familienmitgliedern und Freunden wurde es ein Erfolg. Der Erlös ging an bedürfte Schüler in Thailand.

Über ihre Motivation sagte uns die Vertreterin von Ginnarie: "Wie wir wissen, sind die Vorstellungen über uns Thailänderinnen hier in Deutschland manchmal nicht nur positiv. Deshalb glauben wir, wenn wir Thailänderinnen unsere schöne Kunst des Thai-Tanzes den Deutschen vorführen können, sollte dies vielleicht mithelfen, die positiven Aspekte Thailands zu zeigen. Ich glaube, viele Thai-Tanzgruppen würden diesem Gedanken zustimmen können.

Ich will damit nicht sagen, dass nun alle Thailänderinnen Thai-Tanz lernen sollen, um die negativen Vorstellung zu korrigieren. Aber wir können vielleicht alle etwas dazu beitragen, vielleicht indem wir manchmal über unser Verhalten nachdenken und uns überlegen, ob es für eine Thailänderin angemessen ist.”

 

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