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Archiv 2002

Interview mit Siriporn Ampaipong und Mike Piromporn

Wie seid ihr beiden zum Lukthung gekommen ?
S - Ich habe schon immer gern gesungen. Eigentlich fand ich nicht, dass ich besonders gut singen könnte, aber viele Leute sagten es mir.
M - Lukthung war schon immer meine große Leidenschaft. Ich komme aus einer Musikerfamilie, meine Eltern waren Morlam-Sänger und Komödianten.
S - genau wie meine Familie, auch ich bin in einer "Morlam-Familie" aufgewachsen.
M - Man kann sagen, wir sind die Äpfel, die nicht weit vom Baum gefallen sind. Seit ich ein kleiner Junge war singe ich gern. Ich habe schon früh an vielen Singwettbewerben teilgenommen, wo immer sich eine Gelegenheit ergab, zum Beispiel bei Tempelfesten.
S - Mein Vater sang vor allem in der Morlam-Zing Stilrichtung, später dann wurde er ein Morlam- Schauspieler und hatte seine eigene Gruppe. Meine Schwester und mein Bruder waren darin die wichtigsten Darsteller, die anderen Brüder spielten Gitarre, Tastatur und Trommel. Es war wirklich Familienunternehmen, wir waren eine Künstlerfamilie. Schon als Kind hatte ich meine kleinen komischen Auftritte in der Show, aber später dann wurde ich Sängerin. Komiker gehören zu jeder Morlam-Show dazu, um die Leute zum lachen zu bringen.

Wie war denn euer erster Bühnenauftritt?
S - ich war aufgeregt und nervös, aber nachdem ich einige Lieder gesungen hatte, wurde es dann besser.
M - Im ersten Moment geht es wohl jedem so. Ich fühle mich immer ein bisschen nervös, wenn ich auftreten muss. Wenn ich auf die Bühne gehe und die Blicke der vielen Leute auf mich gerichtet sind, muss ich schon mein ganzes Selbstvertrauen zusammennehmen, aber es dauert immer nur eine kurze Zeit und ich fühle mich wieder wohl.
S - Wir fühlen ja auch die Zuneigung und Ermutigung, die unsere Fans uns entgegenbringen, deshalb macht uns auch jeder Auftritt immer wieder Spaß.

Mike, man nennt dich den "Sänger der armen Leute". Wie kommst Du zum diesem Namen?
M - Viele meiner Lieder handeln von Leuten, die arm sind und in ihren Jobs hart für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen. Es sind Lieder, die diesen Leuten und ihren Familien Mut machen sollen. Egal ob du reich oder arm bist, wenn du Mut und Zuversicht hast, dann hast du auch genug Energie, um weitermachen zu können.

Sprichst Du denn mit den Songschreibern über die Inhalte?
M - nicht wirklich, aber die Themen haben eben mit mir und meiner Persönlichkeit zu tun. Bevor ich nach Bangkok ging, um meinen Lebensunterhalt in der großen Stadt zu verdienen, arbeitete ich in vielen verschiedenen Jobs. Als Bauarbeiter, Wächter, Kellner, alles mögliche, was sich so ergab. Alle diese Erfahrungen haben mich natürlich geprägt. Als ich nach Bangkok kam, hatte ich zwei große Träume. Ich wollte einen Singwettbewerb gewinnen und ein Sänger werden, so wie die damals berühmten Stars Saiyan Sanya und Pornsak Songsaeng, die schon lange im Geschäft waren. Das war der erste Traum. Und der zweite war, Geld verdienen und meine Eltern unterstützen zu können, denn meine Familie war sehr arm. Also hoffte ich, irgendwann einmal Leute aus dem Musik-Business treffen zu können, damit meine Träume wahr werden könnten.

Und wann hast Du Deinen ersten Singwettbewerb gewonnen?
M - Das war damals ein Wettbewerb der Rundfunksenders Siang Sam Yod in Udon Thani. Ich gewann in der Kategorie Morlam mit einem Lied von Pornsak Songsaeng.

Aber später hast Du mehr Lukthung als Morlam gesungen?
M - Ja, das hat sich dann später in Bangkok so ergeben. Ich lernte einige Musiker kennen, die in dem Lokal spielten, in dem ich arbeitete. Sie ließen mich manchmal auf die Bühne. Das war mein allererster Schritt ins Lukthung Geschäft zu kommen. Später dann lernte ich Leute von Grammy Entertainment kennen.

Wie war es bei Dir, Siriporn?
S - ich hatte meinen ersten Singwettbewerb in Kutpong in der Provinz Loei. Ich sang "Jod Mai Jak Ban Nork" von Pumpuang Duangchan und gewann damit den ersten Preis. Dann habe ich auch noch an einem Lukkrung Singwettbewerb teilgenommen. Lukkrung und Lukthung sind ganz verschieden. Damals war es so, dass Lukkrung eher in den oberen Schichten der Gesellschaft gehört wurde, während Lukthung die Musik der Bauern und der Arbeiter, also der einfachen Leute im Isaan war. Beim Lukkrung-Wettbewerb gewann ich nur den zweiten Preis, das war eben nicht so ganz meine Musikrichtung. Als ich 17 Jahre alt war, begann mein Vater, mir das Morlam singen beizubringen. Es fiel mir leicht, ich musste ein Lied nur einige Male hören und konnte dann schnell den Stil aufnehmen und den Text lernen. So habe ich mein Talent für Morlam entdeckt.
M - Ja, man muss das Talent dazu besitzen, Morlam ist in unserem Blut.

Wie bist Du dann ins Musikgeschäft gekommen?
S - Khun Prayun Chataruson und Nopporn Daensarakham entdeckten mich und meine Schwester als wir beim Fernsehsender "Kanal 4" in Khon Kaen sangen. Sie fanden, wir beide hätten eine interessante raue Stimme. Sie machten dann nur mit mir das erste Album, es hieß "Pob Rak Thee Hua Lam Pong" (Ich traf meine Liebe am Hua Lampong Bahnhof).

Und dann nannten Dich die Medien "Haeb Saneh" (die attraktive raue Stimme)?
S - Ja den Titel gaben sie mir.

Mike und Siriporn, wäret Ihr heute nicht Sänger, was wäre dann aus euch geworden?
M - Ich denke, mein Leben ist vom Schicksal bestimmt. In der Vergangenheit musste ich für einen schmalen Lohn sehr viel und sehr hart arbeiten, um ein wenig Geld an meine Eltern schicken zu können. Ich bin der älteste Sohn. Ich habe einen jüngeren Bruder und eine jüngere Schwester, sie ist jetzt auf Taiwan lebt.
S - Meine Eltern haben 10 Kinder. Ich arbeitete immer so hart gearbeitet, weil ich und meine Geschwister wollten, dass unsere Eltern einmal ein komfortableres Leben führen könnten. Aber wenn ich heute keine Sängerin wäre, hätte ich wahrscheinlich geheiratet und wäre Farmerin im Isaan.
M - So wäre es bei mir vielleicht auch.Aber wir hatten beide sehr viel Glück, das zu werden, wovon wir geträumt haben, da wir jung waren.

Worin liegt Attraktivität der Lukthung Musik ?
M - Die Attraktivität liegt in der Melodie, dem Rhythmus, in der ganz besonderen Art, wie er gesungen wird, das ist einmalig. Die Sprache des Lukthung ist direkt und einfach, so wie das Leben auf dem Lande, wie die Sprache der Leute, die auf dem Reisfeld arbeiten. Aber heute zutage hört man den Lukthung auch in Bangkok, die Musik ist fast überall im Land populär geworden. Du kannst es daran sehen, dass Lukthung Musik auch auf den FM Radiosendern gespielt ist, das gab es früher nicht. Wenn man heute Lukthung singt oder gern hört, dann braucht man sich nicht mehr zu verstecken oder sich dafür zu schämen, wie es früher vielleicht manchmal war. Unsere Musik ist jetzt von der Gesellschaft akzeptiert worden.
S - Lukthung war immer da, als ich ein Kind war, hörte ich immer Lukthung Musik, sie war Teil meines Lebens.

Wie seht Ihr die Entwicklung der Lukthung- und Morlam-Musik?
S - Früher wurde Morlam außerhalb des Isaan kaum akzeptiert, aber jetzt kann man überall Morlam hören und Morlam-Shows sehen.
M - Morlam gehört zur traditionellen Kultur des Isaan. Ganz junge Leute, die in der Grossstadt leben, mögen die Teenie-Popgruppen vielleicht lieber, aber sonst ist Morlam eigentlich überall verbreitet und wird immer beliebter.
S - Es werden heute mehr verschiedene Instrumente in der Morlam- und Lukthung-Musik benutzt. Vorher waren es nur traditionelle Instrumente des Isaan wie "Pin" (Isaan-Guitarre) oder Ken (typisches aus Bambusröhren gefertigtes Blasinstrument). Aber jetzt sind auch westliche Musikinstrumente wie Saxophon und Guitarre zu hören, und natürlich sind auch elektronische Instrumente wie Synthesizer hinzugekommen.
M - Lukthung und Morlam entwickeln sich allmählich zu einer internationalen Musik.

Tänzer gehören heute immer dazu?
S - Früher hat man oft auf die "Haang Krueng", die Lukthung- oder Morlam-Tänzer herabgesehen wie auf eine niedrigere Klasse von Menschen, man hat sie nicht als Künstler akzeptiert. Aber auch das hat sich geändert. Die großen Lukthung- und Morlamgruppen haben heute sehr viele "Haang Krueng", doch davon sind meist nur etwa 10 bis 20 wirklich professionelle Tänzer in einer Show. In meiner Truppe sind es auch fast 100 Tänzer.
M - Meine Band ist eine reine Lukthung-Band, wir spielen kein Morlam, wir haben 48 Tänzer, sie sind in zwei Teams eingeteilt, so dass sie sich abwechseln können.
S - Wir spielen eine Mischung aus Lukthung und Morlam. Wir fangen meist mit Lukthung an und spät nachts wechseln wir dann zum Morlam.

Wie laufen eure Shows ab?
S - Das hängt natürlich von der Art der Veranstaltung ab und vom Veranstalter ab. Wenn es eine Open-Air-Veranstaltung ist, und der Star kommt zu früh auf die Bühne, dann ist die Spannung zu schnell vorbei. Heute versucht man den Leuten so viel wie möglich zu bieten, Musik, Comedy, Kabarett und Showelemente. Erst später am Abend kommt dann der Star auf die Bühne, etwa so um 23:00 Uhr erscheint dann Siriporn oder Mike. Der Künstler muss in der Lage sein, das Publikum bis zum Ende der Vorstellung zu unterhalten. Daran hat sich nichts geändert, aber ich denke, die Qualität unserer Shows hat sich gebessert.

Habt Ihr gemerkt, dass neuerdings auch viele Ausländer Lukthung und Morlam mögen?
S- Oh ja, da gab es zum Beispiel in einer meiner Shows in Kanada einen, der meinen Hit "Borak Sidam" so sehr mochte, dass er auf die Bühne sprang und mir einen Geldschein gab, damit er das Lied singen durfte. Der Moderator gab ihm ein Mikrophon und er begann sofort zu singen und wollte gar nicht wieder aufzuhören. Es war sehr lustig.

Ist dies eure erste Tournee in Deutschland?
S und M - Ja, dies ist unser erstes Mal in Deutschland

Wann habt ihr begonnen, auch außerhalb Thailands zu touren?
M - Das fing gleich nach der Veröffentlichung meines ersten Albums an. Ich wurde häufig gefragt, ob ich Konzerte im Ausland geben kann. Meistens sind es Auftritte in anderen asiatischen Ländern wie Hongkong, Japan, Taiwan, Singapur. Letztes Jahr im November war ich in der Schweiz.
S - Ich war auch gerade in der Schweiz. Mein erstes Konzert außerhalb Thailands war in Hongkong, das war, als "Borak Sidam" ein Superhit war. Außer in Hongkong bin ich auch oft in der Schweiz und in Amerika gewesen.
M - Meist touren wir im Ausland, wenn in Thailand Regenzeit ist, denn viele Mitglieder unserer Truppe gehen dann zurück in ihre Dörfer im Isaan, um auf den Reisfeldern zu helfen.
S - Stimmt, in der Regenzeit ist meist nicht so viel los.
M - Überall wo wir aufgetreten sind, sind viele Thais zu unseren Konzerten gekommen. Ich gehe hauptsächlich nach Taiwan und Singapur, dort gibt es viele thailändische Arbeiter. Mit unserer Musik können wir sie ermutigen und sie daran zu erinnern, dass ihre Familien, ihre Frauen und ihre Kinder auf sie in Thailand warten. Das sage ich ihnen immer.

Wie fühltet Ihr euch, als Ihr in Frankfurt aus dem Flugzeug ausgestiegen seid ?
S und M (beide lachen) Wir war beide sehr müde, nachdem wir eine so lange Zeit im Flugzeug sitzen mussten. Aber nachdem wir etwas schlafen konnten, fühlen wir uns jetzt schon besser.
S - Es ist ein bisschen heiß hier in Deutschland.
M - Stimmt, aber in Thailand ist es jetzt bestimmt noch heißer.
S - Jedenfalls freuen wir uns sehr, hier zu sein.

Und wann kommt ein Lukthung-Star dazu, sich auszuruhen?
M - Man muss irgendwie das Reisen und die Arbeit mit ein bisschen Erholung kombinieren können.
S - Nach den Konzerten ist es meist sehr spät. Manchmal bekommen wir dann nur wenige Stunden Schlaf. Man muss versuchen, sich zwischendurch zu entspannen, wenn sich eine Gelegenheit ergibt.
M - Man gewöhnt sich daran. Wir sind eben Sänger und haben manchmal sehr wenig Privatleben. Aber, wenn du mich fragst, ob ich es so mag oder nicht, kann ich nur sagen, dass Lukthung-Sänger zu sein genau das ist, was ich mir immer gewünscht habe. Als Sänger stehen wir eben sehr stark in der Öffentlichkeit, man muss akzeptieren, dass das auch seinen Preis hat.
S -Unser Publikum ist das wichtigste für uns. Es hat uns zu Lukthung-Stars gemacht. Da gehört Publicity einfach dazu.

Habt ihr manchmal Zeit, eure Familien zu besuchen?
S - Ja, wenn ich ein Konzert in der Nähe meiner Heimatstadt in Loei oder in Udon Thani habe, gehe ich meine Eltern besuchen.
M - Ich habe gerade meine Mutter in Udon Thani besucht, bevor ich nach Deutschland flog.

Mike, wir haben gehört, dass du ein eigenes Isaan-Restaurant hast. Kümmertst Du Dich auch selbst darum?
M - Früher konnte ich mich noch selbst darum kümmern. Aber ich bin in letzter Zeit einfach zu sehr beschäftigt, so dass sich meine Vettern darum kümmern. Ich bin der Eigentümer des Restaurants. Eigentlich war es auch nicht unbedingt als gewinnorientiertes Geschäft für mich selbst geplant. Ich wollte mit diesem Restaurant für meine Vettern und für andere Verwandte Jobs schaffen. Viele von ihnen waren vorher arbeitslos und konnten keinen Job finden. Deshalb habe ich das Restaurant aufgemacht. Wenn wir in manchen Monaten mehr Gewinn machen, gebe ich ihnen dann etwas mehr Geld, als sie normalerweise an Gehalt bekommen. Ich fordere sie auf, ihr Geld zu sparen und ihren Eltern in Isaan etwas zuzusenden. Ich möchte sie natürlich nicht unterstützen, damit sie ihr Geld für Alkohol oder für den Kauf von irgendwelchen Luxusgütern ausgeben.

Kochst du auch manchmal in deinem Restaurant?
M - Gelegentlich tue es.
S - Er kann sehr gut kochen!

Du kochst gern ?
M - Ja ich koche gern, ich kann viele verschiedene Gerichte kochen. Wenn ich in einem Restaurant essen gehe, bestelle ich gern etwas, was mir interessant oder neu zu sein scheint. Wenn es gut ist, versuche ich, die Zutaten herauszufinden. So finde ich Anregungen und neue Rezepte und entwickle neue Menus für mein Restaurant. Als ich ein Junge war, habe ich auch schon gern für meine Eltern unsere typischen Isaan-Gerichte gekocht.

Und was ist das leckerste Gericht in deinem Restaurant?
M - Da gibt es einiges, zum Beispiel "Lab Ped" (scharfer kleingehackter Salat mit Fleisch), viele Arten von Kaeng Om (Suppe nach Art des Isaan mit vielen Arten von Gemüse der Gegend mit Fleisch, mässig scharf und pikant), Kaeng Om Kob, Kaeng Om Hoii. Es hängt auch von den Jahreszeiten ab. Zum Beispiel kochen wir im Sommer oft Kaeng Khai Mod und Daeng, Keang Pak Wan. Jetzt beginnt die Regenzeit, da kochen wir viele Gerichte mit wilden Pilzen.

Wo ist denn das Restaurant zu finden?
M - Es ist im Bangkok, Ladprao, Soi 71. Aber wir werden bald umziehen, weil der Vertrag bald ablaufen wird. Wir suchen ein Lokal, das etwas näher bei meinem Haus in Stadtteil Rangsit liegt.

Mike, Du hast auch in der Fernsehserie "Nai Hoi Tamin" mitgespielt, wie war das für dich?
Mike - (lacht) Das war wirklich eine ganz neue Erfahrung für mich, etwas ganz anderes als nur zu singen. Man muss seine Rolle spielen, sich richtig bewegen, einen bestimmten Gesichtsausdruck machen. Aber es hat mir viel Spass gemacht.

Wirst Du wieder in einer Serie spielen, wenn du ein Angebot bekommst?
M - Meine Zeit ist sehr knapp, weil ich meist auf Konzerttourneen bin. Man braucht viel Zeit für eine Serie und es ist sehr ermüdend.
S - Wir beide sind Sänger, das ist unser Leben. Dafür verwenden wir unsere Zeit und unsere Energie.

Welches Land möchtet ihr gern besuchen ?
S - Ich möchte gern nach Hawaii reisen. Ich bin schon in Amerika gewesen, aber noch nicht in Hawaii und in Neuseeland. In Hawaii möchte ich mir die Tänze ansehen, es könnte interessant sein, etwas davon für meine Band zu übernehmen.
M - Ich möchte gern nach Amerika gehen, ich bin noch nicht dort gewesen. Einige meiner Fans in Amerika haben mich gebeten, dort ein Konzert zu geben. Das werde ich bestimmt tun, aber ich habe das Datum noch nicht festgelegt.

Welcher eurer Songs gefällt euch denn am besten?
M - Ich kann mich nicht entscheiden, welchen ich am meisten mag. Sie sind meine Lieder, ich mag sie alle. Aber meist gefallen mir die Lieder meines gerade aktuellen Albums am besten. In meinen Konzerten bitten mich die Fans natürlich mich oft, bestimmte Lieder von den älteren Alben zu singen.
S - Mit geht es genau so. Ich mag fast alle meiner Lieder, auch die älteren. Im Konzert muss ich natürlich fast immer meine Hits singen, meinen neuen, "Parinya Jai" oder den alten, "Borak Sidam", das erwarten die Leute von mir.

Siriporn und Mike, könnte Ihr vielleicht für die Besucher unserer Website ein paar Worte sagen und etwas singen ?

(Wir mussten die beiden noch einige Male bitten, aber schliesslich waren sie so nett, uns ein paar Takte ihrer aktuellen Hits in Reportermikrofon zu singen, exklusiv für die Besucher von thailife.de. Hier hören Sie "Duai Raeng Haeng Rak" von Mike zu hören und hier "Parinya Jai" von Siriporn.)

Möchtet ihr den Thais, die in Deutschland leben etwas sagen?
M - Wir möchten uns bedanken für die freundliche Begrüßung hier in Deutschland, bedanken auch bei unserem Publikum für die Begeisterung und Unterstützung. Wir sind glücklich, euch hier zu treffen. Und wenn ihr manchmal etwas Heimweh habt, dann können euch unsere Songs vielleicht ein bisschen darüber hinweghelfen.
S - Wir wünschen euch viel Glück und Erfolg in eurem Leben hier in Deutschland !
(Hier klicken um die Worte von Siriporn und Mike zu hören )

Lesen Sie über Siriporn Ampaipong>>
Lesen Sie über Mike Piromporn>>

Das Interview fand am 31. Mai vor dem Auftritt vom Siriporn und Mike im Brückenforum in Bonn statt.

Plaeng Morlam
"Lam" ist ein Wort aus dem Isaan-Dialekt und bedeutet "singen", "Morlam" ist der Sänger. "Plaeng Morlam" kann von einzelnen Sängern, zu zweit oder auch von Gruppen gesungen werden. Die Stars des Morlam haben heute ihre großen Bands mit vielen Tänzern. Früher handelten die Texte meist von traditionellen Geschichten aus dem Isaan. Heute kommen alle möglichen Themen des Alltagslebens hinzu und werden oft in witziger und ironischer Weise aufgegriffen.

Neben den traditionellen Instrumenten des Isaan wie z.B. "Ken" werden auch europäische und elektronische Instrumente und alle möglichen Stilrichtungen der internationalen Musik eingeführt und gemischt. Morlam wird fast immer in der Sprache des Isaan gesungen.

Als Morlam-Zing bezeichnet man einen lang andauernden, meist in einem sehr schnellen Rhythmus vorgetragenen Gesang, bei dem die einzelnen Lieder in einander übergehen. Diese Stilrichtung wird häufig von einer Sängerin und einem Sänger im Wechsel vorgetragen. Sie ist voller Spaß und Lebensfreude, manchmal auch mit Anspielungen gespickt und wie ein Flirt zwischen dem Sänger und der Sängerin.

Plaeng Lukthung
"Lukthung" bedeutet eigentlich wörtlich "Kinder des Reisfelds", oder im weiterem Sinne "Leute vom Land". Lukthung wird immer in der (zentral-)thailändischen Sprache gesungen. Die Melodien sind oft eingängig, leicht zu erlernen und verbreiten sich schnell. Oft reflektieren die Texte das Leben der armen Landbevölkerung oder der Migranten in den großen Städten. Und natürlich geht es wie in jeder Form der Popmusik um die stets aktuellen Themen der Freuden und Enttäuschungen der Liebe. Rhythmen und Stilrichtungen speisen sich aus den musikalischen Traditionen des ländlichen Zentralthailand und des Isaan, sind aber auch von der amerikanischen Country&Western Musik beeinflusst und verarbeiten alle möglichen Richtungen internationaler Musik. So wird z.B. gern ChaChaCha, Rock oder Samba verwendet.

Plaeng Lukthung-Morlam
Plaeng Lukthung-Morlam ist die Mischung aus Lukthung und Morlam. Der Rhythmus klingt meist eher wie beim Lukthung, aber die Art zu singen ist eher "Morlam" und die Texte werden im Isaan-Dialekt gesungen oder in einer Mischung aus Thai und Isaan-Sprache

© thailife.de
Alle Fotos: KhunJohn

 

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