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Interview mit Luknok Supaporn - Sängerin des Luktung Superhits "Khun Lamyai"
"Sie mögen mich, weil ich genau wie sie vom Lande komme" ...
"Yang jam mai koey luem luan, koi duean dua-aeng ao wai, tee thoer riak chan Lamyai, yang keb ao wai, nai jai ruey maa...a...a...a..a.."
Vor nicht allzu langer Zeit kannte und hörte wohl fast jeder in Thailand das Lied "Khun Lam Yai", gesungen von "Luknok Supaporn". Der Song wurde landauf landab von vielen Rundfunkstationen gespielt und zählte zu den den Top-Titeln der meisten Hitparaden. Der Hit machte "Luknok Supaporn" berühmt und in kurzer Zeit wurde sie als neuer Superstar des Lukthung bekannt. Ihr Leben änderte sich fast über Nacht.
"Luknok Supaporn" oder Netchanok Panprue, wie ihr Originalname lautet, war ein Mädchen aus dem Dorf Ban Pah Klong Lan in der Provinz Kampaengphet. Ihr Traum war nicht so verschieden von den Träumen so vieler anderer Dorfmädchen, die ihre Armut zurücklassen und in die große Stadt Bangkok gehen wollen, um dort Arbeit und hoffentlich ein besseres Leben zu finden.
Nachdem sie die Grundschule beendet hatte war für Luknok der Moment gekommen, nach Bangkok zu gehen, wo sie fünf Jahre lang in einer Textilfabrik arbeitete. In dieser Zeit als Arbeiterin fragte eine ihrer Freundinnen sie einmal, ob sie in einem Restaurant zusammen mit ihr singen wollte. Luknok sagte nicht 'Nein', denn die Einkünfte aus ihrer Arbeit in der Fabrik waren nicht gerade üppig und reichten bei weitem nicht aus, um die Schulden ihrer Eltern daheim im Dorf abzuzahlen. Doch das Glück war auf ihrer Seite, als der Komiker "Pon Panlao" sie dem Songschreiber und Musikarrangeur "Sompong Prempree" vorstellte. Es dauerte nicht lange und Luknok Supaporn landete mit "Khun Lamyai" einen Superhit und ein neuer Star des Lukthung war geboren.
Im Oktober 2002 kam Luknok nach Kassel, um auf einer thailändischen Feier zu singen. Unmittelbar vor ihrem Auftritt hatte thailife Gelegenheit, mit ihr zu sprechen.
Der 30-jährige Lukthung Sänger erwies sich als eine bemerkenswert bescheidene, aufgeschlossene und freundliche Interviewparterin. Mit ihrem gewinnenden Lächeln, für das sie bekannt ist, erzählte sie uns, dass sie sich nicht für hübsch hält (in diesem Punkt konnten wir uns nicht einigen).
Das anschliessende Konzert war ohne Zweifel eine der besten Luktungauftritte, die wir bisher in Deutschland gesehen haben. Das Publikum liebt sie und die "Puang Malai" Blumenkränze, die ihre Fans ihr umhängten, nahmen kein Ende.
"Sänger zu sein, ist meine Berufung. Es ist das, was ich liebe, und das, was ich am Beste tun kann", sagte uns Luknok. Auf einer Stufe im kalten und zugigen Backstage-Bereich sitzend, beantwortete Luknok in ihrem typischen Kampaengphet-Akzent geduldig unsere Fragen.
Luknok, jetzt, nach deinem Superhits "Khun Lamyai" bist du ein berühmte und erfolgreiche Lukthung Sängerin. Wie fühlst du dich dabei?
Natürlich bin ich sehr froh darüber. Zuerst dachte ich nicht, dass meine Lieder so beliebt werden würden. Mein erstes eigenes Album zu machen war mein größter Wunsch, und den hatte ich realisiert. Aber nachdem das Album "Khun Lamyai" herausgekommen war gefiel es Leuten, die es gehört hatten viel besser als wir erwartet hatten. Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe, weil ich jemand bin, der aus der Provinz kam, jemand der nicht reich ist, aber ich konnte zeigen, dass ich Erfolg haben kann.
Was dachten denn Leute in deinem Dorf über dich?
Sie waren zusammen mit mir glücklich über den Erfolg. Aber nicht nur die Leute aus meinem Dorf auch die Leute, die ich auf meinen Tourneen traf. Ich meine, dass sie meine Glück und meinen Erfolg mit mir teilen. Ich habe das Gefühl, sie wären meine Verwandten. Manchmal sehe ich als eine Repräsentantin der Mädchen aus der Provinz ist, die nach Bangkok kommen, um ein neues Leben zu beginnen und ihr Glück zu versuchen. Ich hatte Glück, in meinem Geschäft erfolgreich zu sein.
Wie hat sich dein Leben geändert?
In meinem Leben hat sich vieles geändert. Ich war froh, dass ich meiner Mutter etwas von meinem Einkommen geben konnte, damit sie ihre Schulden zurückzahlen konnte. Auch mein privates Leben hat verändert. Manchmal kann ich nicht mehr das tun, was ich früher normalerweise gern gemacht habe. Zum Beispiel über die Märkte bummeln und einkaufen. Eigentlich mag ich einen ruhigen und einfachen Lebensstil, aber jetzt ist er mehr nicht so. Wo immer ich hingehe, die Leute erkennen mich und fragen immer: "Bist du Khun Lamyai?".
Du magst Ruhe und einen einfachen Lebensstil, wie passt es dazu, ein Superstar zu sein, der überall viele Leute treffen muss und überall seinen Fans begegnet?
Nun, ich bin mit meiner Arbeit ziemlich zufrieden. Wenn du mich fragst ob ich gerne singe, kann ich das sofort mit 'Ja' beantworten. Ich liebe es, zu singen, es liegt in meiner Seele. Ich kann mir nicht vorstellen, wie mein Leben wäre, wenn ich nicht singen würde. Um dir die Wahrheit zu sagen, ich habe früher oft davon geträumt, später einmal eine berühmte Sängerin zu sein. Aber wer würde in mich solch eine riesige Geldsumme, wir reden über einige Millionen von Baht, investieren um meine Songs zu produzieren und zu promoten? Jetzt bin so etwas wie eine öffentliche Person. Ich verstelle mich nicht und gebe vor, süss und niedlich zu sein. Ich denke, was die Leute durch die Medien eben sehen, ist mein eigener Charakter. Nachdem mein Song ganz oben in den Charts von vielen Radiosendern war, begannen wir, das Musikvideo zu produzieren. So konnten die Leute sehen, wer der Sängerin von "Khun Lamyai" war. Später kamen dann die Leute von der berühmten Talkshow "Jor-Jai" * auf mich zu und fragten, ob ich in ihre Sendung kommen wollte. Danach wusste die Leute wer ich bin, wie mein Leben war und wie ich ein Lukthung Star geworden bin.
Wie war es für dich, in einer Talkshow über dein Leben zu sprechen?
Zuerst, als sie sich an mich wandten, konnte ich es kaum glauben. Denn sie Leute, die in dieser Talkshow Gäste sind, sind normalerweise schon sehr berühmte Leute, oder es sind Leute, die ein sehr interessantes Leben und ungewöhnliche Erlebnisse hatten. Ich war ziemlich nervös und fragte mich, was für Fragen sie vorhatten, mir zu stellen, denn sie mich die Fragen nicht im voraus wissen. Trotzdem habe ich alle ihre Fragen die sie mir gestellt haben, beantwortet. Ich habe mich nicht geschämt von meinem Leben und meinen Erfahrungen zu erzählen, als Arbeiterin in einer Textilfabrik, als eine Sängerin in Restaurants und als Hausmädchen. Es ist eben mein wirkliches Leben. Nachdem die Show gesendet worden war, fühlte ich mich so nervös. Aber es stellte sich heraus, dass die Resonanz wirklich gut war, ganz im Gegensatz zu dem, was ich erwartet hatte.
Jetzt kennen die Leute dich und dein Leben bevor du ein Star warst?
Jetzt ist es so, dass - egal wie ich mich kleide oder wie ich aussehe - die Leute mich erkennen. Neulich bin ich zu Essen in die "Yao Wa Rat"-Gegend gegangen. Ich wollte alleine und in Ruhe essen und wie meist habe ich mir eine Kappe aufgesetzt. Aber einige Leute erkannten mich und riefen "Hey, Khun Lamyai du kommst hierher zu essen?" Da konnte ich meine Kappe genausogut absetzen, sie half mir nicht mehr.
Die Leute nennen dich Lamyai oder Luknok?
Manchmal "Lamyai" uns manchmal "Luknok", es bleibt jedem selbst überlassen wie sie mich nennen.
Was denkst du, wenn dich die Leute Lamyai nennen?
Das ist schon in Ordnung. Wenn sie mich Lamyai nennen klingt es freundlich und süß, so wie " Hey Lamyai, wohin gehtst du ?" Wenn ich mal einkaufen gehe, muss ich die ganze Zeit lächeln, bis meine Wangen schmerzen (sie lacht). Aber es macht schon Spass...
Wie ist dein Charakter?
Ich sehe mich als eine ziemlich umgängliche und unkomplizierter Person.
Werden wir dich immer mit deinem berühmten Lächeln sehen?
Ja, aber wenn ich arbeite, dann ich sehe tatsächlich ziemlich ernst aus. Manchmal verstanden die Leute das falsch und dachten, dass ich ein komplizierte oder schwierige Person bin. Aber eigentlich wollte ich mich dann nur auf meine Aufgabe konzentrieren und das bestmögliche Ergebnis erreichen, wenn ich arbeitete.
Wir haben gehört, dass du deinen Namen geändert hast, weil ein Wahrsager dir sagte, dass dein alter Name ungünstig für dich war, ist es wahr?
Mein alter Name war Netchanok. Das war der Name, den meine Eltern mir gaben, als ich geboren wurde. Für einige Zeit war mein Leben sehr schwer. Ich musste so viel arbeiten, ich war immer so müde, wenn ich zurück von der Arbeit kam. Einige meiner Freunde nahmen mich zu einem Wahrsager mit. Er sagte mir, da ich am Donnerstag geboren wurde, sollte der Buchstabe 'Sor Suea' der erste Buchstabe meines Vornamens sein. Also änderte ich meinen Namen, und wurde 'Supaporn'. Eigentlich glaubte ich aber nicht, dass er irgendetwas mit meinem Schicksal zu tun hat.
Wann wurdest du 'Supaporn'?
Das ist schon ziemlich lange her. Damals war ich aber schon in Bangkok. Ich erzählte meinen Eltern von der Namensänderung. Sie waren traurig darüber. Jetzt würde ich meinen alten Namen gerne zurück haben. "Netchanok" hat die Bedeutung 'die Augen des Vaters'.
Beeinflusste die Änderung deines Namens dein Leben direk?
Nein, das glaube ich nicht. Wenn sich deswegen das Leben der Leute sofort auf eine positive Weise ändern würde, dann würden viele Menschen zu den Wahrsagern gehen und entsprechend den Vorschlägen der Wahrsager ihre Namen wechseln. Ich denke, dass dein Schicksal davon abhängt, was du tust. Wenn du gute Taten tust, wirst du dir auch gute Ergebnisse verdienen.
Bist du oft zum Wahrsager gegangen?
Nicht wirklich oft. Vielleicht dann, wenn ich mich depressiv fühle und wenn ich ein wenig Ermutigung oder manchmal auch einen guten Rat brauche, dann würde ich zu einem Wahrsager gehen. Ich glaube nicht gleich alles von dem, was der Wahrsager mir sagt. Ich denke normalerweise erst einmal über das was er sagte nach, ob es zu meiner gegenwärtigen Situation, in der ich mich gerade befinde, passt oder nicht. Wenn ja, würde ich auf seine Ratschläge hören.
Als sich die Plattenfirma an dich wandte und dir einen Vertrag als anbot, sagten sie dir, dass du berühmt werden würdest ?
Nein überhaupt nicht. Arjarn Sompong, der dieses Lied für mich geschrieben hat, sagte mir, dass das Lied genau für meine Persönlichkeit und meinen Stil geschrieben wurde. Er sagte mir wenn das Publikum mich anerkennen würde dann dies durch dieses Lied "Khun Lamyai" geschehen. Khun Lamyai steht für jemanden, der nicht besonders schön aussieht und aus der Provinz kommt.
Dein erstes Album war gleich ein Riesenerfolg und du wurdest landesweit fast über Nacht bekannt. Denkst du, dass deine zukünftigen Lieder genauso erfolgreich werden wie "Khun Lamyai"?
Das denke ich eigentlich nicht. Ich erwarte nicht, dass die Lieder, die ich singe, zukünftig so berühmt wie "Khun Lamyai" sein werden. Es braucht dazu viel Arbeit und auch viel Glück, nicht nur von meiner Seite sondern auch vom Produktionsteam. Ich denke, es wird wirklich schwierig sein wird, ein Lied zu produzieren, das ein solcher Erfolg wie "Khun Lamyai" sein wird. Trotzdem werde ich das Singen und meine Auftritte nicht aufgeben und ich versuche immer wieder, mein allerbestes zu geben.
Beabsichtigst du in der Zukunft noch etwas anderes außer zu singen zu tun?
Irgendwann in der Zukunft würde ich gern mein eigenes Geschäft gerne haben. Irgendeine Art von Geschäft, das mir ein regelmäßiges monatliches Einkommen geben würde. Aber jetzt muss ich einen Schritt nach dem andern gehen denn jetzt habe ich immer noch nicht so viel Ahnung von geschäftlichen Dingen. Aber natürlich werde ich auch gerne weiter Sängerin sein. Abgesehen davon, dass es das ist, was ich am meisten mag, kann ich zur Zeit auch am leichtesten mein Geld damit verdienen.
Wo bist du auf Tour gewesen bevor du nach Deutschland kamst?
Ich hatte einige Auftritte in Europa seit September 2002. Wir gingen nach Belgien, Paris und in einige Städte in Frankreich. Ich kann mich nicht mehr an die Namen erinnern. Ich reiste nur dorthin, um meine Konzerte aufzuführen. Ich habe keinerlei Besichtigungsprogramm gemacht. Ich konnte nur aus dem Autofenstern herausschauen während wir zu den Auftrittsorten unterwegs waren.
Ist das Publikum, das hier in Europa in deine Konzerte kommt anders als das Publikum in Thailand?
Ja, das Publikum verhält sich unterschiedlich. Wenn ich einen Auftritt in Thailand habe, muss ich nur so 7 bis 8 Lieder singen, und das ist es. Aber ich denke, die Thais die im Ausland leben, haben nicht so viele Gelegenheiten wie in Thailand, in Lukthung-Konzerte zu gehen. Also möchten sie, dass ich möglichst viele Lieder singe. Sie haben Spaß, mit den Künstlern zusammen zu singen und zu tanzen. Manchmal muss ich eine ganze Reihe von Zugaben singen.
Möchtest du den Thais, die hier in Deutschland leben etwas sagen?
Ich hoffe, dass mich meine Fans noch lange lieben, so wie sie es jetzt tun. Sängerin zu sein, das ist mein Leben, und ich verdiene meinen Lebensunterhalt damit, zu singen. Ich hoffe, dass mich die Leute auch in der Zukunft so unterstützen, wie sie es jetzt tun, oder vielleicht noch ein wenig mehr.
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* "Jor-Jai" ist eine der beliebtesten Talkshows in Thailand.
© thailife.de
Alle Fotos: KhunJohn
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