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Archiv 2001


Die Geschichte von Mahajanaka von Seiner Majestät König Bhumibol Adulyadej


Mahajanaka, das jüngste literarische Werk seiner Majestät des Königs von Thailand wird als eine Kristallisation seiner Visionen für sein Land gepriesen.

Das Motiv der Geschichte stammt als alter buddhistischer Überlieferung über eines der vorherigen Leben des Buddha. Die Geschichte handelt von den Tugenden der Ausdauer und der Mässigung als wesentliche Leitlinienen einer dauerhaften Entwicklung und nutzt die stilistischen Mittel des Lehr-Rätsels und des Gleichnisses. Die ursprüngliche Geschichte war die letzte von zehn Folgen der Serie der Jataka-Skripte.

Mahajanaka war ein bedeutender König, der Entwicklung und Wohlstand für sein Land, dem Stadt-Königtum von Mitila, brachte.

Eines Tages begab er sich auf einen Ausflug zu einem Park. Dort sah er zwei Mangobäume am Eingang des Parks stehen. Der eine Baum trug eine reiche Fülle von wohlschmeckenden Früchten. Der andere Baum aber war ohne einer einzige Frucht.

Als der König den Park wieder verliess, sah er dass der Baum mit den Früchten von gierigen Menschen, die an seine prächtigen Früchte herankommen wollten, geplündert und entwurzelt worden war.

Der Baum ohne Früchte aber stand immer noch aufrecht und gesund da, denn er war ignoriert worden und daher nicht in Gefahr geraten.

Die Episode von dem entwurzelten Mangobaum soll zum Nachdenken anregen. Sie ist ein Gleichnis einer chaotischen Gesellschaft, in der die Vergnügungssucht und die Gier regieren, eine Gesellschaft, die von Egoismus, Streit und Ignoranz in der Krise getrieben wurde.

Die Geschichte kann aus eine Reflektion der heutigen thailändischen Gesellschaft, aber auch der globalen Gesellschaft verstanden werden. Beide leiden unter einer Vielzahl von sozialen und wirtschaftlichen Problemen, aber auch unter geistiger Orientierungslosigkeit.

Der Mangobaum und seiner Früchte stehen dabei für die materiellen Güter und die natürlichen Ressourcen. "Es sind die grundlegenden Probleme der Staates Mitila, die Gier und die Unwissenheit, die den Mangobaum zum Umfallen brachten." bemerkte der ehemalige Premierminister Anan Panyarachun in einer der öffentlichen Diskussionen über das Buch des Königs.

"In wirtschaftlicher Hinsicht kann festgestellt werden, dass viele Thais von einer Gier getrieben waren nach allen materiellen Dingen, die sie erblickten. Wenn sie den Wald sahen, so wollten sie nur seinen Holzreichtum oder wenn sie die Wasservorkommen sahen, so trachteten sie danach, diese auszubeuten. Aber als dies geschah ohne Mäßigung und ohne Vernunft" sagte Anan.

Das Buch des Königs möchte vermitteln, dass Gier und Kurzsichtigkeit Faktoren sind, die die menschliche Gesellschaft und ihre natürlichen Lebensgrundlagen zerstören können. Das Schicksal des Mangobaums zeigt, dass die materiellen Güter stets durch einen grosse Zahl von Menschen angestrebt werden. Jeder kämpft darum, eine priviligierte Position einzunehmen oder Reichturm zu erlangen, ohne dabei zu realisieren, dass es stattdessen darum gehen sollte, mit gutem und verantwortlichen Handeln zur Entwicklung der Gesellschaft beizutragen.

 

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