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"Farewell Party" in der Bonner Botschaftsresidenz
Aus Anlass des bevorstehenden Umzugs der Königlich-Thailändischen Botschaft in das neue Generalkonsulat in Frankfurt und der Rückkehr der Gesandtin Frau Saksini Supachanya nach Thailand im Juli 2001 fand in der Bonner Botschaftsresidenz am 22. Juni 2001 eine Abschiedsfeier statt.
Es war die letzte offizielle Veranstaltung in der direkt am Rhein, gegenüber vom Drachenfelsen und Petersberg schön erlegenen Residenz. Die thailändische Botschaft war bereits im letzten Jahr nach Berlin verlegt worden, als Folge des Umzugs der deutschen Regierung, und so hatte die noch weiter bestehende Bonner Außenstelle eine immer geringer werdende Bedeutung.
Das neue Frankfurter Konsulat wird sich verstärkt der Betreuung der in West- und Südwestdeutschland lebenden Thais widmen. Zudem wird durch den Umzug Thailand am wichtigen europäischen Wirtschaftsstandort Frankfurt künftig stärker vertreten sein und ein engeres Zusammenwirken mit den bereits hier ansässigen thailändischen Institutionen wie dem Thailändischen Fremdenverkehrsamt (TAT) und dem Büro des Department of Export Promotion ermöglicht.
Die Abschiedsveranstaltung fand in lockerer Party-Atmosphäre statt. Es gab Vorführungen klassischer thailändischer Tänze und
Demonstrationen thailändischer Kampfkunst vom Muay Thai Bund in Deutschland.
Auf der Feier hatten wir Gelegenheit, ein wenig mit Frau Supachanya über ihre Erfahrungen als Thailands Gesandtin in Deutschland zu sprechen. Hier ist unser kurzes Interview:
Wann kamen Sie zum ersten Mal nach Deutschland ?
Ich wurde das erste Mal im Jahre 1983 nach Deutschland geschickt und blieb dann bis 1987. Ich weiß nicht, war es mein Glück oder mein Schicksal, dass ich wieder nach Deutschland zurückkehren und ein weiteres Mal von 1998 bis heute hier sein konnte.
Was war Ihr erster Eindruck, als Sie nach Deutschland kamen ?
Ich fühlte mich so, als ob ich bereits längere Zeit hier gelebt hätten, Deutschland ist ein Land, in dem ich mich schnell heimisch fühlen konnte. Meine Tochter wurde während meines ersten Aufenthalts hier in Deutschland geboren. Als ich das zweite Mal kam, hatte sich für mich nicht so viel geändert.
Als Sie hier arbeiteten und es Ihre Aufgabe war, sich um die Belange der Thais, die hier in Deutschland leben und arbeiten, zu kümmern, mit welchen Problemen waren Sie konfrontiert? Wie hat sich die Situation der hier lebenden Thais in den letzten Jahren verändert ?
Die Situation hat sich wirklich sehr geändert. Als ich das erste Mal hierher kam, gab es nur ungefähr 10.000 Thais, die hier in Deutschland lebten. Das Hauptproblem war damals eindeutig die Prostitution, vor allem in den größeren Städten, wie damals zum Beispiel in Hannover. Ich hatte die Position eines Konsuls inne. Ich übernahm die Tätigkeit meines Vorgängers in diesem Amt und bemühte mich besonders, den Thailänderinnen, die zu Opfern des Frauenhandels geworden waren, zu helfen. Später dann bekam ich eine neue Position und arbeitete in der Informationsabteilung.
Eines der Probleme, mit denen wir heute zu tun haben rührt daher, dass mehr und mehr Thais nach Deutschland kommen. Und da es nicht mehr so einfach ist, ein Visum zu erhalten, versuchen viele von Ihnen mit allen Mitteln und Wegen hier herzukommen.
Einer der Gründe, warum die Zahl der Thais in Deutschland immer mehr wächst liegt darin, dass viele der hier lebenden thailändischen Frauen, ungefähr 90 Prozent, eine Ehe mit einem deutschen Mann eingegangen sind, wobei dies dann bereits sehr häufig ihre zweite Ehe ist. Oft haben diese Frauen schon Kinder aus der ersten Ehe mit ihrem geschiedenen thailändischen Mann und der neue deutsche Ehemann akzeptiert es, dass diese Kinder nach Deutschland kommen, um mit ihnen zusammen zu leben. Aus dieser Situation heraus entstehen viele neue Schwierigkeiten, etwa Probleme, sich an das Leben in Deutschland zu gewöhnen und sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren.
Ein weiterer bemerkenswerter Unterschied ist es, dass es damals, als ich zuerst nach Deutschland kam, hier nur wenige thailändische Restaurants gab, während es heute sehr viele gibt. Über 300 Thai Restaurants sind es bereits. Es gab auch keinen thailändischen buddhistischen Tempel. Wenn man einen Wat (Thai Tempel) besuchen wollte, musste man dafür in das benachbarte Ausland fahren. Heute aber gibt es in Deutschland schon 10 Tempel und ich glaube, diese Zahl wird in der Zukunft noch zunehmen. Denn viele Thais und auch viele Deutsche interessieren sich für die Meditation und die Praxis des "Tham-Bun" (sich Verdienste durch gute Taten zu erwerben). Einen neuen Tempel zu errichten, ist stets ein Zeichen guter Kooperation und einer starken Gemeinde, denn um einen Tempel aufzubauen, müssen die Menschen sich zusammentun und einander helfen, die benötigten Mittel und Spenden zu sammeln. Wenn Sie einen Thai um "Tham-Bun" bitten, wird er oder sie sicher bereit sein,
etwas zu geben und mitzuhelfen.
Sie werden bald nach Thailand zurückkehren. Möchten Sie den hier in Deutschland lebenden Thais einige Worte sagen oder Ihren Rat geben ?
Um ein glückliches Leben leben zu können, sollten die Thais, die hier in Deutschland leben, fähig sein, die deutsche Kultur zu akzeptieren und die Regeln und die Gesetze, denen man in diesem Lande folgen muss, zu beachten. Wenn ein Thailänder oder eine Thailänderin mit der hiesigen Umwelt, den Deutschen und den Arbeitskollegen gut auskommt, dann wird dies für ihn oder sie alles viel einfacher machen.
Den deutsch-thailändischen Ehepaaren möchte ich sagen, dass es sehr wichtig ist, Geduld zu haben. Lernt mit Sympathy von- und übereinander !
Auch die Kenntnis der deutschen Sprache ist überaus wichtig, denn wenn Sie die Landessprache nicht sprechen können, werden Sie sich auch nicht gut selbst helfen können, wenn Sie irgendwo hingehen und mit den Menschen kommunizieren möchten.
Klassischer Thai Tanz im Garten der Bonner Residenz
Thai Kampfkunst "Krabi Krabong" vorgeführt vom Muay Thai Verband in Deutschland
"Fan Dab" eine weitere Kampfvorführung des Verbands
John Pohl
© thailife.de
Alle Fotos: KhunJohn
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