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Taunuszeitung, 24. 10. 2000
Kerzen, Cognac und Zigarren zur Erinnerung an König Chulalongkorn
Von Ulrike Treutler
Bad Homburg. Zum 90. Todestag des thailändischen Königs Chulalongkorn versammelten sich gestern vormittag rund 50 seiner Landsleute, aber auch einige deutsche Vertreter, an der Thai Sala, dem siamesischen Tempel im Kurpark, um dort Blumen niederzulegen.
Zu der traditionellen Zeremonie waren neben dem thailändischen Botschafter Kasit Piromya wie schon in den vergangenen Jahren Vertreter der Fluggesellschaft Thai Airways, des Thai-Studentenbundes Deutschland sowie verschiedener Restaurants, aber auch zahlreiche Privatpersonen erschienen. Für die Stadt Bad Homburg nahmen Oberbürgermeister Reinhard Wolters (CDU), Kurdirektor Peter Bruckmaier und Burkhard Bigalke, der Leiter des Verkehrsamtes, an der kleinen Feierstunde teil.
Entsprechend einer thailändischen Tradition wurden dem ehemaligen König neben Lichtern, Räucherstäbchen und Blumenkränzen auch Gaben dargebracht, für die er zu Lebzeiten bekanntlich eine besondere Vorliebe hegte, nämlich ein Fläschchen Cognac und mehrere Zigarren, von denen eine feierlich entzündet wurde.
König Chulalongkorn gilt als einer der bedeutendsten Herrscher der siamesischen Chakri-Dynastie. Als Rama V. regierte er von 1868 bis 1910 das Königreich Thailand, das seinerzeit noch Siam hieß.
In seiner Heimat wird er als Wegbereiter des modernen Thailand gefeiert, da er Ende des vergangenen Jahrhunderts nicht nur die Einrichtung der Post und den Bahnbau vorantrieb, sondern darüber hinaus eine moderne Staatsverwaltung einrichtete. Durch Gebietsabtretungen konnte Chulalongkorn sein Land vor der europäischen Kolonialherrschaft bewahren.
Botschafter Kasit Piromya würdigte in seiner gestrigen Ansprache besonders König Chulalongkorns Verdienste um die Abschaffung der Sklaverei sowie die Entwicklung der Infrastruktur in Thailand.
Im Jahre 1907 hatte der Monarch aus gesundheitlichen Gründen einige Monate in der Kurstadt verbracht. Die Thai Sala hatte er der Stadt Bad Homburg ein Jahr später als Zeichen des Dankes gestiftet.
© Frankfurter Neue Presse, 2000
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